Leben auf dem Land - Ein Portrait
Fermin Charupa Mangare ist 39 Jahre alt und wohnt in der Dorfgemeinschaft von „Puquio“. Hier leben ca. 400 Leute. Die nächst grössere Ortschaft ist Concepcion, 62 km entfernt mit fast 6000 Einwohnern. Fermin ist Vater von 8 Kindern. 3 sind schon im Kleinkindalter gestorben. Er hätte nicht genug Acht gegeben, erzählt er. Seine Kinder seien an Anämie (Blutarmut) gestorben. (Wegen Mangelernährung und schlechter hygienischer Versorgung, was zu Erbrechen und Durchfall geführt habe.)
Fermin ist Landwirt. Er besitzt 5 Kühe und bewirtschaftet eine Hektare Land. Er baut Mais, Reis und Kochbananen an. Er arbeitet auch gelegentlich als Handwerker. (Normalerweise muss man sich in mehreren Gebieten behaupten; als Maurer, Fliesenleger, Elektriker, Klempner usw.) Dafür muss er nach Santa Cruz reisen (ca. 400 km) und seine Familie für 20 bis 30 Tage alleine zurücklassen. In der Stadt verdient er pro Arbeitstag ca. 15 Franken. Eine andere Art, den Bedürfnissen der Familie gerecht zu werden, ist, dass er die selbst angebauten Produkte (Mais, Reis und Kochbananen) in den benachbarten Dorfgemeinschaften gegen Zucker, Oel usw. eintauscht.

