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Vom Dschungel zum Gemüsegarten

Gross und Klein helfen mi Ein relativ kleiner ‚Beitrag‘ unsererseits wird einen grossen Unterschied machen. Hilfe zur Selbsthilfe ist motivierende Erfahrung und mit etwas Anleitung entsteht Neues.
Willy Vaca

Anfangs Februar kam ich in El Porvenir (ca. 200 Einwohner) an. Es ist der Ort, wo wir mit einigen Leuten aus der Dorfgemeinschaft einen ersten Gemüsegarten anlegen. Beim Treffen mit den Interessierten, 10 Mitgliedern einer Kirchgemeinde, erklärten wir die Struktur. Von der Produktion würde man einen Teil an die Besitzerin des Landstücks abgeben(für das Wasser), einen Teil an die Kirchgemeinde und einen Teil für den Kauf von Samen. Der Rest der Ernte würde unter allen gleichmässig aufgeteilt. Alle müssen mithelfen, den Garten anzulegen und eine jede würde für ein Beet von 1 x 10 Meter verantwortlich sein.

Einstimmig wurde beschlossen, am nächsten Tag um 14.00 Uhr loszulegen. Die meisten Interessierten sind Frauen, und sie mussten zuerst Mittagessen für ihre Familien kochen. Zwischen 14.00 und 14.30 Uhr tauchten die Interessierten auf, ausgerüstet mit Buschmessern und Schaufeln. Die Gruppe begann das vorgesehene Stück Land, 20 auf 20 Meter, mit ihrem spärlichen Werkzeug zu bearbeiten. Am Anfang herrschte noch Schweigen, aber je weiter die Arbeit voranschritt, wurde fröhlich gelacht. Vor allem darüber, dass dann bei der Ernte nicht alles aufgegessen, sondern auch noch etwas zum Verkauf übrig gelassen werden soll. Die Gruppe war sehr animiert und hatte schon die Ernte vor Augen, als es noch Dickicht und Dschungel zu bekämpfen gab!
Nach drei Stunden intensiver Arbeit war ein erstaunliches Resultat zu sehen und bevor ich die Leute nach Hause entliess, zeigte ich ihnen, wie sie das abgehauene Gestrüpp (das normalerweise einfach verbrannt wird) mit Beimischung von Asche in natürlichen Dünger umwandeln können.
Die Leute trafen sich am nächsten Tag wieder um die gleiche Zeit. Die Wurzeln waren aus dem Landstück zu entfernen, die Gemüsebeete abzumessen und Wege anzulegen. An diesem Tag fuhr ich zu einigen anderen Dorfgemeinschaften. Mein Tagesprogramm war, ihnen mitzuteilen, dass sie von verschiedenen Institutionen kostenlose Schulung in verschiedenen Bereichen erhalten können. Z.B. wie sie ihren Maisanbau verbessern, Hühner zur Eier- oder Fleischgewinnung halten und auch wie sie „Waldtiere“ züchten können.
Den Leuten in Puquio, der grössten Dorfgemeinschaft, liess ich Briefe zurück, die sie nur noch unterschreiben müssen, um dieselbe Hilfe zu beantragen.
Am Abend fuhr ich zurück nach El Porvenir, um am nächsten Morgen das Resultat der Arbeit zu sehen. Ich war erstaunt über den grossen Fortschritt im Projekt! Die Gruppe hatte die Anleitung bestens verstanden und das Landstück sah bereits wie ein Garten aus!