Japan
Nach verherendem Tsunami - Dominic reist nach Japan
3 Wochen nach dem grossen Erdbebenunglück vom 11. März 2011 ist Dominic mit Matthias, Tobias und Samuel für einen Kurzzeiteinsatz nach Japan gereist.
Hoffnung fürs Leben
Sie haben mit Christen vor Ort unter dem Titel „Hoffnung fürs Leben (Hope for living)“ eine Trauma-Webseite eingerichtet mit Berichten von Menschen, die davon berichten, wie sie Gottes Hilfe während und nach dem Erdbeben 1995 in Kobe erlebt haben. Dabei werden auch spezifische Themen wie Selbstmord, Leid und „Wie kann ein Gott der Liebe das zulassen?“ angesprochen. Die Seite ist seit Anfang Dezember online - schauen Sie rein! Hier finden Sie die Berichte und Geschichten der Hoffnung auch mit deutschen oder englischen Untertiteln. Zum Reinschauen ein Beispiel:
Ein Freund von Dominic sagt:
"Für mich ist es wichtiger, dass du nach Japan reist Dominic, als pünklich zu meiner Hochzeit zu erscheinen!“
Dominic, warum bist du nach dem grossen Erdbebenunglück nach Japan gereist?
„Schon seit einiger Zeit arbeite ich grafisch für Matthias oder besser gesagt für Gottkennen. Ich weiss noch als ich kurz nach dem Erdbebenunglück mit Matthias telefoniert hatte und er erwähnte, dass er mit einem Team nach Japan gehen möchte um dort Interviews und Fotos zu machen und so Material zusammenstellen will um Gottkennen Japan zu starten. Am Ende des Telefongesprächs stand fest: Ich gehe mit!“
Dominic spricht mit seinem Freund darüber, dessen Hochzeit er organisiert. Er äussert seinem Freund seine Bedenken, dass er unter Umständen vielleicht nicht rechtzeitig zur Hochzeit zurück sein könnte. Sein Freund sagt nur: „Für mich ist es wichtiger, dass du nach Japan reist Dominic!“
Also ist Dominic zwei Wochen später, mit seinem Kollegen nach Tokio gereist.
Wusstest du etwas von Japan bevor du abgereist bist?
"Wir waren übermannt durch das Elend, das sich uns darbot.
Hunderte von Menschen lagen auf dem Boden und haben durch den Tsunami alles verloren."
Was hat dich in Japan erwartet?
Ich überlegte mir: Sollte der atomare Notstand ausgerufen werden, wäre es mir wahrscheinlich nicht mehr möglich nach Hause zurück zukehren, da Fukushima zwischen Sendai und Tokio lag.
Weiter sahen wir auf dem Weg nach Sendai die verheerende Zerstörung. Kilometerlange Flächen von Schutt, Gebäude klein und gross, einfach dem Erdboden gleichgemacht. Es muss furchtbar gewesen sein, zuerst das Erbeben und anschliessend die 10 Meter hohe Tsunamiwelle, die alles mit sich riss.
In Sendai angelangt begannen wir mit unserer Arbeit. Wir gelangten an eine Kirche die noch stand und in eine Notunterkunft umfunktioniert wurde. Wir standen vor der Türe und als ich hineinsah, konnte ich mich nicht dazu durchringen zu fotografieren und liess die gesamte Ausrüstung draussen. Wir waren Übermannte durch das Elend, das sich uns darbot. Hunderte von Menschen lagen dort auf dem Boden. Es hatte nichts anderes als Decken, reihenweise, mit Menschen die alles verloren haben. Bis auf einzelne wenige Habseligkeiten, die in kleinen Kartonkisten vor ihren Betten aufbewahrt wurde, begrub der Tsunami alles unter sich."
Was war für dich die grösste Herausforderung?
Dass dieser Mann, der seinen ganzen Besitz, seine Existenzgrundlage und einige seiner Angehörigen verloren hat, für eine kurze Massage nun meine Füsse küsst, war für mich absolut unfassbar! Meine Gefühlswelt kam völlig ins Wanken. Es beschämte mich, dass dieser Mann so demütig und dankbar für etwas so Kleines war, obwohl ihm vor kurzen so viel genommen wurde."
"Andy ein Engländer der uns mitgenommen hatte, sagte: „Macht mir einfach alles nach!“ Man zog sich aus und erhielt ein Tuch."
Wie habt ihr die krasse Umstellung verarbeitet zwischen Japan und der Schweiz?
Was waren deine ersten Eindrücke von Japan?
Der Weg zur Metro ist durch Wegweiser gut ausgeschildert. Sie zeigen die Richtung an wenn man zur Metro gehen möchte und in die andere, wenn man von der Metro kommt. Alle Japaner halten sich ausnahmslos daran, selbst in der ach so geordneten Schweiz wäre das undenkbar. Manche sprachen auf dem Weg zur Metro miteinander, sobald man aber in die Metro stieg, schwieg man. Man sagte uns, dass dies aus Höflichkeit gegenüber den anderen Zuggästen so gehandhabt wird. In den Zügen stehen alle geordnet, man hält sich mit einer Hand an der Sicherheitshalterung, lässt den Kopf hängen und schläft ein. Am Ziel angekommen wacht man auf und steigt aus. Sogar das Ein- und Aussteigen hat seine vorgegebene Ordnung."
Was war das „ekligste“ Erlebnis in Japan?
Einige Speisen waren sehr gewöhnungsbedürftig, aber aus Anstand wollte ich nichts sagen und habe es einfach gegessen."
Nach getaner Arbeit reist Dominic mit Tobias wieder zurück in die Schweiz. Freitag am Flughafen Kloten angekommen ruft er einen Freund an. Den der am Samstag heiratet. Er fragt: „Kann ich noch was für dich tun?“ Sein Freund freut sich und meint. „ Nein alles tiptop, geh heim und schlaf ein bisschen“.
Dominic ist zuhause. Er hat Jetlag, kann nach 2 Uhr morgens nicht mehr schlafen. Er bereitet die letzen Vorbereitungen für die Hochzeit seines Freundes vor.
Dominic erlebt das Geschehen in Japan hautnah.
"Die Verwüstungen, die wir gesehen haben, habe ich am Rande wahrgenommen. Es war für mich real aber nicht fassbar. Tief betroffen haben mich die Schicksalsschläge der Menschen, die wir angetroffen haben."

Dominic ist 21 Jahre alt, halb Holländer, halb Schweizer und in Baden aufgewachsen. Mutter und Vater haben sich in England kennen gelernt und mit seinen Eltern und Geschwistern wurde vor allem Englisch und Deutsch gesprochen. Er hat die kaufmännische Ausbildung abgeschlossen und sich später beruflich weiterentwickelt. Gemeinsam mit zwei Freunden hat er heute ein Grafik- und Design-Unternehmen, studiert Praktische Theologie und arbeitet in der lokalen Kirche mit. Dominic sagt: „Ich liebe Menschen und ich liebe es, schöne Dinge zu betrachten. Gutes Design und Schönheit spricht mich an.“
Dominic, gross von Statur, freundlich im Umgang und ein gepflegtes Äußeres. Ein Urbaner Typ mit Humor und Style. Er liebt das Leben, mag Herausforderungen und das Abenteuer. Seine Freunde schätzt er sehr und bewundert jeden für dessen Stärken. Als Teenager war Tony Hawk, der Skater-Profi, sein grosses Vorbild. Er freute sich auf jeden Winter mit dem Snowboard durch den Pulverschnee zu gleiten. Heute spielt Dominic lieber Golf und nimmt sich immer gerne Zeit für ein schönes Essen mit Coke und einem guten Gespräch. Trotz seiner Arbeit in der lokalen Kirche, dem Studium und der OK-Verantwortung der Hochzeit eines guten Freundes reist Dominic, nach dem grossen Erdbebenunglück vom 11. März 2011, für einen Kurzzeit-Einsatz nach Japan.




