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Weltbankett - die Welt zu Gast beim Essen

Daniel Graf berichtet von der StopArmut Konferenz 2010:

Am Mittag wurden wir alle gebeten für das Mittagessen Platz zu nehmen. Ich wunderte mich, dass für die über 200 Personen nur 6 - 8 Tische bereitgestellt waren. Dann wurden wir angewiesen auf den farbigen Punkt zu achten, den jeder an seinem Namensschild hatte. Jede Farbe bedeutete eine andere Gruppe. Ich durfte mit etlichen anderen auf Kissen am Boden Platz nehmen. Das Schild über unserem Platz liess nichts Gutes vermuten. „Verarmte“ stand darauf geschrieben.

Im Verlauf der nächsten Stunde erfuhren wir, was es mit diesem Weltbankett auf sich hatte. Alle Teilnehmer widerspiegelten die Weltbevölkerung. Wir waren dementsprechend in vier Gruppen aufgeteilt. Die Superreichen, die ca. 10 % der Bevölkerung ausmachen, die Reichen ca. 20 %, die Armen ca. 30 % und wir, die Verarmten (ca. 20 %).

Die Superreichen sassen an einem schön dekorierten Tisch und wurden mit einem 3-Gang Menü verwöhnt. Etwas später bekamen die Reichen einen Teller mit leckeren Speisen und schlugen sich ebenfalls den Bauch voll. Wir Verarmten fingen an zu beraten wie wir an das gute Essen kommen. Aber die Organisatoren setzten ihre harten Regeln durch - Nicht betteln, kein Essen teilen! Dies entspricht ja auch oft der Realität der Armen. Zwischendurch wurden immer wieder passende Texte zum Thema Armut vorgetragen.

Dann, nach fast einer Stunde kamen endlich die Armen dran. Eine lange Schlange bildete sich vor einem grossen Topf voll Reis. Jeder bekam eine Schale voll. Nach einer weiteren Wartezeit kamen wir dran. Ein Glas Wasser, mit etwas Milch angereichert. Immerhin war das Wasser sauber. Für mich war dieses Mittagessen ja nicht wirklich ein Problem – das hätte ja gerade so gut eine Diät sein können. Abgesehen davon hatte ich am Morgen noch ausgiebig gegessen.

Dennoch hat mir dieses Weltbankett enorm Eindruck gemacht. In diesen eineinhalb Stunden hatte ich genug Zeit um Nachzudenken und das währendem ich zuschauen musste wie die anderen schlemmen. Das fährt anders ein, als wenn man nur davon spricht, dass über eine Milliarde Menschen nicht genügend Essen erhalten.


Weltbankett

Weltbankett an der StopArmut Konferenz: Währenddem im Vordergrund die Reichen ein 3-Gang Menü serviert bekommen, hatte ich genug Zeit um Nachzudenken, da ich als Verarmter noch lange auf mein Mittagessen (sprich ein Glas Wassermilch) warten musste.



Die Idee des Weltbankett wird auch im Just people? - Kurs aufgenommen.

Eine weitere Idee, die weltweite Idee von arm und reich praktisch zu erleben ist das Perlenspiel Anleitung.