Nepal – Berichte aus unseren Projekten
2000 Kurven bis zum Zentrum der Limbu
Die neunstündige Jeepfahrt führte uns vom tropischen Tiefland in die ausgedehnte Hügel- und Gebirgslandschaft Nepals, Abhänge hinauf und hinunter vorbei an unzähligen Teeplantagen und tiefgrünen Reisterassen. Nach etwa 2000 Kurven erreichten wir die kleine Stadt Phidim, auf einer Hochebene rund 1200 Meter über Meer gelegen. Dort trafen wir unsere drei Gemeindegründer, die selbst zum Volk der Limbu gehören und fünf Stunden weit aus den Bergen angereist waren. Sie berichteten uns ausführlich von ihrem Einsatz in weit entlegenen Gebieten, wo sie bereits mehrere Gemeinden gegründet haben. Sie erzählten uns auch vom Erdbeben, das Mitte September ihre Region erschütterte. Dabei wurden auch das Haus eines Gemeindegründers sowie der Versammlungsraum der Gemeinde in Mitleidenschaft gezogen. Der unermüdliche Einsatz dieser Leute hat uns sehr beeindruckt.
Auf einem Hügel am Stadtrand versammelten wir uns am frühen Morgen zum gemeinsamen Gebet für die Stadt und die Volksgruppe der Limbu, dass das Reich Gottes sich hier weiter ausbreite.
Maithili-Frauen ihren Wert geben
Ashmi, die Ehefrau eines leitenden Mitarbeiters, gehört selbst der Volksgruppe der Maithili an. Sie hat immer mehr eine Sicht erhalten hat, ihren Dienst unter den Frauen zu intensivieren und auszuweiten. Ashmi will den Maithili-Frauen aufzeigen, wie Gott sie sieht und auch liebt. Sie baut diese Botschaft ein in Glaubenskursen und Gebetsseminaren und führt diese in den Maithili-Dörfern durch. Gerade Anfang Mai besuchten rund Hundert Frauen ein solches Seminar.Ashmi ist auch künstlerisch begabt. In Workshops hilft sie den Teilnehmerinnen, ihre Kreativität zu entdecken und freizusetzen. Ihr Herz brennt dafür, dass die Frauen Christus kennenlernen und durch ihn auch ihren eigenen Wert erkennen.
Die Stellung der Frau bei den Maithili
Bei den Maithili leben Männer und Frauen in getrennten Strukturen, wie es in archaischen Gesellschaftssystemen üblich ist. Die Männer verrichten die schwereren Arbeiten. Sie pflügen die Felder, bauen die Häuser und arbeiten oft auswärts für die Grossgrundbesitzer. Zu 90 % arbeiten sie gemäss Auskunft unserer Partner in der Landwirtschaft.
Die Frauen kümmern sich um die Kinder, kochen, besorgen die paar Tiere, die sie besitzen, und bestellen die eignen Felder. Sie organisieren sich mit den Frauen der Grossfamilie und den Frauen derselben Kaste im Dorf.
Die Ehemänner bestimmen massgebend den Freiraum, in welchem sich ihre Frauen bewegen dürfen. Manche Frauen dürfen ihre Häuser den ganzen Tag nicht verlassen. Damit demonstrieren die Männer, dass sie besser gestellt sind und ihre Frauen nicht arbeiten müssen. Frauen ohne Arbeit und Freiraum neigen leicht zu Depression und sind suizidgefährdet.
Die Frauen kümmern sich um die Kinder, kochen, besorgen die paar Tiere, die sie besitzen, und bestellen die eignen Felder. Sie organisieren sich mit den Frauen der Grossfamilie und den Frauen derselben Kaste im Dorf.
Die Ehemänner bestimmen massgebend den Freiraum, in welchem sich ihre Frauen bewegen dürfen. Manche Frauen dürfen ihre Häuser den ganzen Tag nicht verlassen. Damit demonstrieren die Männer, dass sie besser gestellt sind und ihre Frauen nicht arbeiten müssen. Frauen ohne Arbeit und Freiraum neigen leicht zu Depression und sind suizidgefährdet.
Fischzucht gestartet
Im flachen Südnepal gibt es viele Teiche, die während der Regenzeit mit Wasser gefüllt werden und für die Trockenzeit als Wasserreservoir für den Reisanbau dienen. Begun erwarb vom Besitzer eines solchen Teiches das Nutzungsrecht für eine Fischzucht. Dort startete er seine Fischzucht mit 500 Fischen. Wir unterstützten seine Initiative mit einem Anteil von 180 Franken, sodass er den Schritt für diesen Zusatzerwerb wagen konnte. Über 80 Maithili getauft
Im März 2011 haben vier Hausgemeinden im Gebiet der Maithili je einen Taufgottesdienst durchgeführt und zusammen über achtzig neue Gläubige getauft. Dieses öffentliche Bekenntnis zu Jesus ist nicht ungefährlich. Im ländlichen Südnepal werden Christen immer wieder von orthodoxen Hindus verfolgt. Trotzdem wachsen die Hausgemeinden.Medical Camp in Bung
Im April führten unsere Partner ein Medical Camp in Bung durch (etwa zwei Tagesmärsche südlich von Flugplatz in Lukla, dem Tor zum Mount Everest-Gebiet). Dort haben sie bereits eine kleine Gemeinde aufgebaut. Unterstützt durch eine Ärztin aus Kathmandu wurden gegen 500 Menschen untersucht und behandelt. Für viele Sherpas war dies ihr erster Arztbesuch überhaupt. Kopfweh, Rückenschmerzen, Magen- und Augenprobleme sowie generelle Schwäche und Vitaminmangel waren die am meisten behandelten Beschwerden. Viele Sherpas zeigten auch Interesse am Glauben und das Gemeindegründer-Team wurde eingeladen, in verschiedenen Dörfern den Jesus Film zu zeigen.Ein junger Pastor und Ziegenzüchter
Vor dem einfachen Haus empfängt uns Keshav mit seinen Eltern und ein paar Geschwistern. Voller Stolz zeigt er uns, wie er den Mikrokredit eingesetzt hat, den er vor einem Jahr erhalten hatte. Er hat am Bauernhaus einen Stall angebaut und sich zehn Ziegen angeschafft, weisse, braune und schwarze mit langen, hängenden Ohren. Diese haben inzwischen sieben Junge geworfen. Keshav will den Bestand auf zwanzig Mutterziegen erhöhen und die Ziegen zur Fleischproduktion mästen. Dann führt er uns eine schmale, steile Treppe hinauf in einen karg möblierten Wohnraum. Der Holzboden ist mit einer dicken Lehmschicht bedeckt, sauber verstrichen. Dort erzählt er uns aus seinem Leben und Dienst. Anschliessend serviert uns seine Mutter knusprig gebratenes Ziegenfleisch. Keshav ist Sohn einer armen Bauernfamilie. Er dient halbzeitlich unentgeltlich als Co-Pastor in einer Gemeinde mit 250 Mitgliedern. Mithilfe des Mikrokredits konnte er sich nun eine selbständige Existenz aufbauen, die ihm den Lebensunterhalt sichert und gleichzeitig ermöglicht, weiterhin seiner Gemeinde zu dienen. Allerdings wird er noch einige Monate Zeit brauchen, bis er die ersten Ziegen verkaufen und mit dem Rückzahlen beginnen kann.


