Nordkorera
Käse und Joghurt
Auf den Appel des nordkoreanischen UNO-Botschafters 1995 "Ihr seid Christen, kommt und helft uns!" reagierte Agape international mit Nahrungsmittel Soforthilfe auf die Hungersnot im Land. Doch schon schnell zeigte sich, dass eine längerfristige Hilfe nur durch "Hilfe zur Selbsthilfe" zu erreichen ist. Zusammen mit Experten des nord-koreanischen Landwirtschaftsministeriums und der landwirtschaftlichen Schule Rheinhof und der Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Berglandwirtschaft (SAB) wurde ab 1996 ein landwirtschaftliches Entwicklungs- und Partnerschaftsprojekt gestartet. Futterbau, Ziegenzucht und Milchverarbeitung waren in den folgenden zehn Jahren der Schwerpunkt um einzelnen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und ihre Fachleute zu unterstützen, aus Gras Joghurt und Käse herzustellen.
Damit bekamen zuerst die Kinder, dann auch die restliche Bevölkerung wertvolle Eiweisse. Durch die Haltbarmachung der Ziegenmilch konnten das Johgurt und der Käse während kürzerer oder längerer Zeit gelagert, aber auch in die nächste Stadt transportiert werden. Es zeigt sich, dass diejenigen Betriebe, die in den letzten Jahren eine kleine Molkerei aufgebaut haben und erfolgreich in Milchwirtschaft geschult werden konnten heute zustätzliches Bargeld erwirtschaften, welches ihnen erlaubt auf dem freien Markt diejenigen Produktionsmittel einzukaufen, die sie sonst nur schwer bekommen. Als Genossenschaft ist weiterhin sichergestellt, dass die ganze Kooperative davon profitiert.Samhun-Ziegenkäse
Die Genossenschaftsfarm von Samhun stellt jeden Sommer viele Kilos feinsten Ziegenkäse her. Von der Käsequalität können wir uns regelmässig überzeugen: Bei unseren Besuchen werden wir jeweils mit einem würzigen Laib beschenkt. Bis heute wurden mehr als zehn Kooperativen mit einer Molkerei unterstützt:

Über nordkoreanische Fachexperten wurden zwischen 1997 und 2008 in der Schweiz ausgebildet im Rahmen eines dreimonatigen Berufspraktikums bei Schweizer Bergbauern oder in Intensivkursen in Milchwirtschaft. Sie alle tragen heute zur Weiterverbreitung des Wissen vor Ort bei.

