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Bolivien

„Eine faszinierende Schule“

Vor kurzem waren zwei unserer Mitarbeiter auf Projektbesuch im Libanon. Hier ein kurzer, persönlicher Bericht:

Die Woche verbrachten wir die meiste Zeit in der Access international Schule, ein Projekt welches Agape international mitunterstützt. Die Schule ist eine Privatschule nach amerikanischem und libanesischem Kurrikulum. Im Moment besuchen 47 Schüler diese Schule. Die meisten von ihnen sind Libanesen, mittlerweile gibt es aber auch viele syrische Kinder. Mich faszinierte diese Schule vor allem aus zwei Gründen:

1. Etwa 90% der Schüler sind Muslime, die Schule ist aber ganz klar als christliche Schule deklariert und von den Eltern als solche akzeptiert. Neben Fächern wie Mathematik, Englisch oder Arabisch haben alle Klassen auch Bibelunterricht. Die Kinder lernen also, mit verschiedenen Religionen umzugehen und diese zu akzeptieren. Zudem ist auch in der Lehrerschaft das Thema Glaube sehr präsent und schon einige der Lehrerinnen haben Jesus durch ihre Arbeit an dieser Schule kennengelernt. Faszinierenderweise sieht man es diesen Lehrerinnen nicht gleich an, dass sie an Jesus glauben, da sie immer noch das Kopftuch und den typischen Mantel tragen. Ihre Augen aber funkeln und versprühen eine Lebensfreude, die echt ansteckend ist.

2. Den syrischen Kindern ist es eigentlich nicht erlaubt, in die libanesische Schule zu gehen, weil die Libanesen sehr stolz auf ihr Bildungssystem sind und nicht wollen, dass die Syrer das „kaputt machen“. Die Access international Schule hat also einen einmaligen Entscheid gefällt, indem sie den syrischen Kindern erlaubt, an ihre Schule zu gehen. Natürlich müssen sie auch Schulgeld bezahlen, jedoch wird geschaut dass ihnen durch Mitarbeit an der Schule oder über Spenden ein Teil des Schulgeldes erlassen wird. Für diese syrischen Kinder ist es eine echte Chance, an einer solch guten Privatschule unterrichtet zu werden.

Während dieser Woche haben wir in die Klassen reingeschaut, in der Küche ausgeholfen (da der Koch krank war), bei einem Ausflug in einen „Streichelzoo“ mitgemacht, Flüchtlingsfamilien besucht und auch einiges an Schwierigkeiten hautnah miterlebt: Die Unterschrift des libanesischen Präsidenten für die offizielle Anerkennung der Schule fehlt immer noch, da es seit zwei Jahren keinen Präsidenten gibt. Der Transport der Schulkinder ist nicht geregelt, es braucht einen Schulbus… Das alles ist nicht immer einfach! Umso mehr bewundere ich ihre Arbeit.

Neben all diesem Planen und mithelfen hatten wir natürlich auch noch ein wenig obligate TouriZeit. So besuchten wir die bis zu 3000Jahrealten Zedern, die BekaaEbene, ein Weinschloss mit Weindegustation und Beirut. Was für ein wunderschönes Land! Mich faszinierte vor allem, dass es so viele christliche Dörfer gab. Ich befand mich zwar im Nahen Osten, jedoch fühlte ich mich nicht wirklich so. In der ganzen Woche hörte ich z.B nur etwa ein Mal den Ruf des Muezzins… Ich hoffe und bete, dass es dieses Land auch in den nächsten Jahren schafft, die Religionen zu vereinen und nicht im Chaos zu versinken. Die aktuelle Lage in Syrien bekommen sie natürlich hautnah mit- neben den 4 Mio. Libanesen leben im Moment ca. 2 Mio. Syrer im Land! Das ist eine echte Herausforderung.

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