

Soldatin
im Schnee: Winter - Zeit der Ruhe ehe im Frühling Neues anbricht.
Auch für uns? |
Daniel Gerster formulierte
es so:
Schon
im August wurde informiert, dass die Regierung ihre Haltung gegenüber
der Hilfe aus dem Ausland ändern möchte. Offiziell wurde verkündet,
das 10 Jahre humanitäre Hilfe genügen und daher auf diese Art
der Unterstützung verzichtet werden möchte. Gleichzeitig forderte
die Regierung die Organisationen auf, ihre Programme abzuschliessen und,
falls sie keine Projekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit machen
könnten, das Land zu verlassen. Diese Ankündigungen war in ihrem
Inhalt nicht neu, und so dachten sich die meisten, dass „die Suppe auch
diesmal heisser gekocht als gegessen wird.“ Damit täuschte man sich
aber. Aufgrund weiterer Vorkommnisse (die Schweiz reichte am 2. November
an der UNO-Vollversammlung zusammen mit den Staaten der EU und Nordamerikas
eine Deklaration ein, die Nordkorea auffordert, unverzüglich die Menschenrechte
einzuhalten. Ein nachträglich eingefügter Paragraf fordert Nordkorea
auf, allen Ausländern vollen Zugang zu allen Regionen des Landes zu
gewähren. In der Folge müssen nun nicht nur alle humanitären
Hilfswerke, sondern auch alle langfristig tätigen Entwicklungshilfe-Organisationen
wie wir das Land verlassen, die Redaktion) verlangt nun die Regierung von
den meisten Organisationen mit Nachdruck, ihre Projekte per Ende 2005 abzuschliessen.
Die Ausländer dieser Organisationen sollen bis spätestens Ende
März 2006 Korea verlassen. Die Massnahme ist für mich trotz ihrer
Tragweite nachvollziehbar. Die letzten Wochen waren geprägt von vielen
Diskussionen, Spekulationen, Gerüchten und Halbwahrheiten. Es war
und ist immer noch eine sehr komplexe Sache, die man nicht so schnell niederschreiben
und erklären kann, und die mich in den letzten Wochen immer wieder
sehr beschäftigt hat. Wir sind auf jeden Fall genauso betroffen wie
andere Organisationen auch und werden damit das Büro in Pyongyang
nach 10 Jahren Arbeit hier schliessen müssen. 
| Unser
Engagement ist nicht zu Ende Lesen Sie auch Zeitung? Dann
sind Ihnen vermutlich Artikel begegnet, die alle etwa ähnlich tönten:
Die Regierung Nordkoreas möchte die Zusammenarbeit mit ausländischen
Hilfsorganisationen beenden. Doch: Kann sich das Land
selber ernähren, hat sich die Situation zum Guten gewandt - oder was
ist los? Der Gründe sind viele – es ist schwierig abzuschätzen,
was der genaue Auslöser war. Wir sehen es als Chance, uns neu zu überlegen,
was unser Herzensanliegen beim ganzen Projekt ist, wofür unser Herz
schlägt, welche Arbeiten und Ziele weiterhin wichtig und richtig sein
könnten. Unser Engagement ist nicht zu Ende, weil wir ab Ende Februar
in Pyongyang kein Büro mehr haben. Einerseits hören wir die klaren
Worte des Regierungsentscheids, andererseits spüren wir, dass viele
eine weitere Zusammenarbeit wünschen. Die Erfahrung der letzten Jahre
lehrt: Gott hat über allem den Überblick und kann weitere Wunder
tun. Arbeitslos werden wir noch nicht, es gibt vieles, was lange liegen
geblieben ist, wir sind weiter im Gespräch mit der nordkoreanischen
Botschaft und auch mit Gott - und Ihnen! Ihre Eindrücke und Ideen
können für uns hilfreich sein! „Wenn das Weizenkorn nicht
in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt,
bringt es viel Frucht.“ So wird Jesus im Johannesevangelium zitiert. Dieser
Vers hilft, die grosse Perspektive zu behalten, dann wenn sterben
auch schmerzt. Es fanden bereits erste
Gespräche mit der nordkoreanischen Botschaft in Bern statt, die DEZA
hat uns ein Mandat angeboten und auch in Korea selber scheint es weiterhin
Möglichkeiten zu geben. Wir halten Sie auf dem Laufenden! Anita und Stefan Burckhardt Projekt Nordkorea |  |
| +++ AKTUELLES +++ AKTUELLES
+++ AKTUELLES +++ AKTUELLES +++ |
Praktikanten in der Schweiz Voraussichtlich im Mai werden
3-5 Nordkoreaner ein kurzes Fachpraktikum zum Thema Futterbau / Fütterung
in der Schweiz absolvieren. Wir suchen noch Gastfamilien,
die diese gerne einige Tage beherbergen würden! | Projektleiter Stefan
Burckhardt in Pyongyang Um einerseits die Situation
vor Ort besser abschätzen zu können und andererseits Agronomen
Daniel Gerster in der Büroschliessung zu unterstützen weilt Stefan
Burckhardt Anfang Februar in Nordkorea. | Finanzen: Danke, Danke,
Danke! Wir sind sehr dankbar für
all ihre Hilfe! Wir können das Jahr 2005 ausgewogen abschliessen. Damit wir weiter arbeiten
können, brauchen wir aber zusätzlich Hilfe. Danke können
wir auf so treue Unterstützer zählen! |

„10 Jahre humanitäre
Hilfe sind genug, wir wollen nicht in eine Abhängigkeit vom Ausland
geraten.“
Eigentlich ein ganz erfreulicher
Ansatz der Regierung, viele andere Länder sind in diese Falle geraten:
Wenn ich gratis alles erhalte,
was ich brauche, warum sollte ich mich dann noch selber anstrengen? Da
wir uns immer als ein Projekt der „Hilfe zur Selbsthilfe“ verstanden haben
und kaum Nahrungsmittel verteilt haben (das versteht man zum Beispiel unter
humanitärer Hilfe), sondern Entwicklungszusammenarbeit gepflegt haben
hoffen wir, dass auf dieser Ebene weitere Zusammenarbeit möglich sein
wird. Aber auch diese Seite gilt: Auch in unseren Augen war bisher humanitäre
Hilfe dringend nötig - wie Nordkorea dieses Problem zukünftig
lösen wird, wissen wir nicht. Die diesjährige Ernte scheint gut
gewesen zu sein, ob sie auch ausreichen wird bis zur nächsten Ernte
ist aus unserer Sicht schwierig zu beurteilen.
Wir sind im Gespräch
mit der Nordkoreanischen Botschaft in Bern über die weitere Zukunft:
Von ihrer Seite her besteht grosses Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit.
Unser grosses Anliegen ist
es, die verbleibende Zeit in Nordkorea wirklich weise zu nutzen. Wir wollen
auch nicht einfach gehen, ohne einen Vorschlag für eine zukünftige
Art der Zusammenarbeit zu hinterlassen. Dieser Vorschlag soll weise und
zum richtigen Zeitpunkt an die richtigen Leute gelangen. Dieses Jahr ist
in Korea offiziell das „Bodenverbesserungs-Jahr“, was eigentlich vieles
an technischem Wissen nachfragt, das wir seit vielen Jahren auf den Projektstandorten
sammeln konnten. Wir haben etliche Ideen für die Zukunft, die aber
auch noch reifen müssen und sollen. ?

Gespräche
bei feinstem Koreanischem Essen über die zukünftige Zusammenarbeit! |

Nordkorea ist ein hügeliges
Land. Etwa 85% der Fläche sind bedeckt von Hügeln mit einer Busch-
und Waldvegetation. Auch die letzten zehn Jahre Engagement in Korea waren
geprägt von Auf und Ab’s.
Mit dem Hilferuf des nordkoreanischen
Botschafters am UNO-Sitz in New York begann im Sommer 1995 eine spannende,
intensive, Kräfte zehrende, einmalige Geschichte. „Ihr seid Christen
– kommt und helft uns!“ formulierte der Botschafter angesichts der akuten
Hungersnot im Land. Agape international hörte diese Aufforderung und
gab Sie weiter an Menschen wie Sie, die sich berühren liessen und
konkret reagierten. In kurzer Zeit konnten Finanzen für eine erste
Lieferung von 200 t Mais und Reis gesammelt und ins Land gebracht werden.
Doch das reichte nicht aus, angesichts von 23 Millionen Menschen. Es galt
ein strukturelles Problem anzugehen, den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Und wiederum ein Wunder: Agape international, bis damals nicht eine
Organisation mit viel Erfahrung in der landwirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit,
fand in kürzester Zeit Männer und Frauen die ihr fachliches Know-how
zur Verfügung stellten als Bauern und Unternehmer: Zum Teil für
kurze Zeit, zum Beispiel bei einer Abklärungsreise im Land, zum Teil
für längere Zeit, bei der Ausbildung von Koreanern in der Schweiz.
Wieder andere für Monate bis Jahre, als Fachexperten vor Ort. Erste
Beratungen in Nordkorea selber, die erste Molkerei, der erste Käse,
die ersten Praktikanten.

Jedes Jahr ein wachsendes
Budget, jedes Jahr eine Ausweitung fachlich und räumlich, jedes Jahr
mehr Menschen, die mitarbeiteten, mitbeteten, mitfinanzierten.
Aus der Erfahrung heraus,
dass Gott immer wieder versorgt hat, aber dass auch Sie sich immer wieder
neu herausfordern liessen haben wir es immer wieder gewagt einen Schritt
weiter zu gehen. Und darum sind wir auch zuversichtlich, dass wir mit Ihnen
zusammen die nächste Herausforderung angehen können. Sie haben
uns ermutigt auch weiter dran zu bleiben mit Ihrer riesigen Bereitschaft,
zum Einstehen und Sicherstellen der Finanzierung des letzten Jahres. Ein
herzliches Dankeschön an Sie!
Wir haben beschlossen, weiter
dranzubleiben mit Nordkorea und den Menschen dort. Es ist ein Glaubensschritt,
gerade jetzt, wo es eher nach einem Rückschritt aussieht. Wir können
Ihnen noch nicht konkret sagen, wie es weitergeht, wir sind noch nicht
auf dem nächsten Hügelzug angelangt, wo wir wieder den Überblick
ins nächste Tal haben. Nebel erschwert uns im Moment die Sicht.
Aber eines wissen wir: Gott
hat die Menschen in Nordkorea nicht vergessen. Glauben Sie mit uns! Beten
Sie weiter für dieses Land und seine Einwohner! Helfen Sie uns, damit
wir weiter helfen können. Danke - auf Koreanisch:
Kamsa-hamnida! 


Feiern
bei Kaffee und Torte - oder feinem Käse, auch das gehört dazu! |
Über 100 Personen sind
am 10. Dezember nach Zürich gereist, eine grosse Freude für uns!
Nach all den Vorbereitungen ist uns diese Rückmeldung eine grosse
Ermutigung: „Wir möchten euch unser Kompliment aussprechen zum Programm
und Ablauf vom letzten Samstag. Wir haben dadurch einen guten Einblick
in die gesamte Arbeit bekommen.“
Persönlich begeisterte
uns, wie aus den vielen Beiträgen und Berichten immer wieder durchschien,
dass das Engagement nicht nur etwas in Nordkorea verändert hat, sondern
auch im Leben, Denken und Handeln jedes Einzelnen. Viele Menschen haben
sich sehr in dieses Projekt investiert.
Viele Koreaner besuchten
die Schweiz und erhielten damit nicht nur einen guten Einblick in die Arbeitsweise
der Schweizer Landwirtschaft. Und auch wir genossen während unserer
Arbeit in Korea viele Privilegien, wurden als Gäste in diesem Land
auch ehrenvoll und mit Respekt behandelt.
Die Zusammenarbeit wäre
aber niemals so erfolgreich gewesen, wenn nicht Gottes Segen und Hilfe
sichtbar mit dabei gewesen wäre. 

Auf
zu neuen Horizonten! Noch versperrt uns Nebel die klare Sicht - wir bleiben
aber dran |
Abonnieren Sie die herzensangelegenheiten Nordkorea und lassen Sie sich regelmässig über den Projektverlauf informieren.
Unterstützen Sie das
Projekt finanziell: Neu: Online
spenden oder Einzahlungsscheine
anfordern .
Mehr Infos bei den frühere
Ausgaben