Aktuell
      mehr
Hintergrund
Projekte
Ausbildung
Standorte
Ihre Spende
Partner
Links
Medien

herzensangelegenheit Nordkorea Februar 2006 English

 

Soldatin im Schnee: Winter  - Zeit der Ruhe ehe im Frühling Neues anbricht. Auch für uns?

Daniel Gerster formulierte es so:
Schon im August wurde informiert, dass die Regierung ihre Haltung gegenüber der Hilfe aus dem Ausland ändern möchte. Offiziell wurde verkündet, das 10 Jahre humanitäre Hilfe genügen und daher auf diese Art der Unterstützung verzichtet werden möchte. Gleichzeitig forderte die Regierung die Organisationen auf, ihre Programme abzuschliessen und, falls sie keine Projekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit machen könnten, das Land zu verlassen. Diese Ankündigungen war in ihrem Inhalt nicht neu, und so dachten sich die meisten, dass „die Suppe auch diesmal heisser gekocht als gegessen wird.“ Damit täuschte man sich aber. Aufgrund weiterer Vorkommnisse (die Schweiz reichte am 2. November an der UNO-Vollversammlung zusammen mit den Staaten der EU und Nordamerikas eine Deklaration ein, die Nordkorea auffordert, unverzüglich die Menschenrechte einzuhalten. Ein nachträglich eingefügter Paragraf fordert Nordkorea auf, allen Ausländern vollen Zugang zu allen Regionen des Landes zu gewähren. In der Folge müssen nun nicht nur alle humanitären Hilfswerke, sondern auch alle langfristig tätigen Entwicklungshilfe-Organisationen wie wir das Land verlassen, die Redaktion) verlangt nun die Regierung von den meisten Organisationen mit Nachdruck, ihre Projekte per Ende 2005 abzuschliessen. Die Ausländer dieser Organisationen sollen bis spätestens Ende März 2006 Korea verlassen. Die Massnahme ist für mich trotz ihrer Tragweite nachvollziehbar. Die letzten Wochen waren geprägt von vielen Diskussionen, Spekulationen, Gerüchten und Halbwahrheiten. Es war und ist immer noch eine sehr komplexe Sache, die man nicht so schnell niederschreiben und erklären kann, und die mich in den letzten Wochen immer wieder sehr beschäftigt hat. Wir sind auf jeden Fall genauso betroffen wie andere Organisationen auch und werden damit das Büro in Pyongyang nach 10 Jahren Arbeit hier schliessen müssen. 
 
Unser Engagement ist nicht zu Ende

Lesen Sie auch Zeitung? Dann sind Ihnen vermutlich Artikel begegnet, die alle etwa ähnlich tönten: Die Regierung Nordkoreas möchte die Zusammenarbeit mit ausländischen Hilfsorganisationen beenden.
Doch: Kann sich das Land selber ernähren, hat sich die Situation zum Guten gewandt - oder was ist los? Der Gründe sind viele – es ist schwierig abzuschätzen, was der genaue Auslöser war. Wir sehen es als Chance, uns neu zu überlegen, was unser Herzensanliegen beim ganzen Projekt ist, wofür unser Herz schlägt, welche Arbeiten und Ziele weiterhin wichtig und richtig sein könnten. Unser Engagement ist nicht zu Ende, weil wir ab Ende Februar in Pyongyang kein Büro mehr haben. Einerseits hören wir die klaren Worte des Regierungsentscheids, andererseits spüren wir, dass viele eine weitere Zusammenarbeit wünschen. Die Erfahrung der letzten Jahre lehrt: Gott hat über allem den Überblick und kann weitere Wunder tun. Arbeitslos werden wir noch nicht, es gibt vieles, was lange liegen geblieben ist, wir sind weiter im Gespräch mit der nordkoreanischen Botschaft und auch mit Gott - und Ihnen! Ihre Eindrücke und Ideen können für uns hilfreich sein!
„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“ So wird Jesus im Johannesevangelium zitiert. Dieser Vers  hilft, die grosse Perspektive zu behalten, dann wenn sterben auch schmerzt. 
Es fanden bereits erste Gespräche mit der nordkoreanischen Botschaft in Bern statt, die DEZA hat uns ein Mandat angeboten und auch in Korea selber scheint es weiterhin Möglichkeiten zu geben. Wir halten Sie auf dem Laufenden! 

Anita und Stefan Burckhardt
Projekt Nordkorea


 
 
+++ AKTUELLES +++ AKTUELLES +++ AKTUELLES +++ AKTUELLES +++
Praktikanten in der Schweiz 
Voraussichtlich im Mai werden 3-5 Nordkoreaner ein kurzes Fachpraktikum zum Thema Futterbau / Fütterung in der Schweiz absolvieren.
Wir suchen noch Gastfamilien, die diese gerne einige Tage beherbergen würden!
Projektleiter Stefan Burckhardt in Pyongyang
Um einerseits die Situation vor Ort besser abschätzen zu können und andererseits Agronomen Daniel Gerster in der Büroschliessung zu unterstützen weilt Stefan Burckhardt Anfang Februar in Nordkorea.
Finanzen: Danke, Danke, Danke!
Wir sind sehr dankbar für all ihre Hilfe! Wir können das Jahr 2005 ausgewogen abschliessen. 
Damit wir weiter arbeiten können, brauchen wir aber zusätzlich Hilfe. Danke können wir auf so treue Unterstützer zählen!


„10 Jahre humanitäre Hilfe sind genug, wir wollen nicht in eine Abhängigkeit vom Ausland geraten.“
Eigentlich ein ganz erfreulicher Ansatz der Regierung, viele andere Länder sind in diese Falle geraten:
Wenn ich gratis alles erhalte, was ich brauche, warum sollte ich mich dann noch selber anstrengen? Da wir uns immer als ein Projekt der „Hilfe zur Selbsthilfe“ verstanden haben und kaum Nahrungsmittel verteilt haben (das versteht man zum Beispiel unter humanitärer Hilfe), sondern Entwicklungszusammenarbeit gepflegt haben hoffen wir, dass auf dieser Ebene weitere Zusammenarbeit möglich sein wird. Aber auch diese Seite gilt: Auch in unseren Augen war bisher humanitäre Hilfe dringend nötig - wie Nordkorea dieses Problem zukünftig lösen wird, wissen wir nicht. Die diesjährige Ernte scheint gut gewesen zu sein, ob sie auch ausreichen wird bis zur nächsten Ernte ist aus unserer Sicht schwierig zu beurteilen.
Wir sind im Gespräch mit der Nordkoreanischen Botschaft in Bern über die weitere Zukunft: Von ihrer Seite her besteht grosses Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit.
Unser grosses Anliegen ist es, die verbleibende Zeit in Nordkorea wirklich weise zu nutzen. Wir wollen auch nicht einfach gehen, ohne einen Vorschlag für eine zukünftige Art der Zusammenarbeit zu hinterlassen. Dieser Vorschlag soll weise und zum richtigen Zeitpunkt an die richtigen Leute gelangen. Dieses Jahr ist in Korea offiziell das „Bodenverbesserungs-Jahr“, was eigentlich vieles an technischem Wissen nachfragt, das wir seit vielen Jahren auf den Projektstandorten sammeln konnten. Wir haben etliche Ideen für die Zukunft, die aber auch noch reifen müssen und sollen. ?

Gespräche bei feinstem Koreanischem Essen über die zukünftige Zusammenarbeit!


Nordkorea ist ein hügeliges Land. Etwa 85% der Fläche sind bedeckt von Hügeln mit einer Busch- und Waldvegetation. Auch die letzten zehn Jahre Engagement in Korea waren geprägt von Auf und Ab’s.
Mit dem Hilferuf des nordkoreanischen Botschafters am UNO-Sitz in New York begann im Sommer 1995 eine spannende, intensive, Kräfte zehrende, einmalige Geschichte. „Ihr seid Christen – kommt und helft uns!“ formulierte der Botschafter angesichts der akuten Hungersnot im Land. Agape international hörte diese Aufforderung und gab Sie weiter an Menschen wie Sie, die sich berühren liessen und konkret reagierten. In kurzer Zeit konnten Finanzen für eine erste Lieferung von 200 t Mais und Reis gesammelt und ins Land gebracht werden. Doch das reichte nicht aus, angesichts von 23 Millionen Menschen. Es galt ein strukturelles Problem anzugehen, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Und wiederum  ein Wunder: Agape international, bis damals nicht eine Organisation mit viel Erfahrung in der landwirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit, fand in kürzester Zeit Männer und Frauen die ihr fachliches Know-how zur Verfügung stellten als Bauern und Unternehmer: Zum Teil für kurze Zeit, zum Beispiel bei einer Abklärungsreise im Land, zum Teil für längere Zeit, bei der Ausbildung von Koreanern in der Schweiz. Wieder andere für Monate bis Jahre, als Fachexperten vor Ort. Erste Beratungen in Nordkorea selber, die erste Molkerei, der erste Käse, die ersten Praktikanten.

Jedes Jahr ein wachsendes Budget, jedes Jahr eine Ausweitung fachlich und räumlich, jedes Jahr mehr Menschen, die mitarbeiteten, mitbeteten, mitfinanzierten.
Aus der Erfahrung heraus, dass Gott immer wieder versorgt hat, aber dass auch Sie sich immer wieder neu herausfordern liessen haben wir es immer wieder gewagt einen Schritt weiter zu gehen. Und darum sind wir auch zuversichtlich, dass wir mit Ihnen zusammen die nächste Herausforderung angehen können. Sie haben uns ermutigt auch weiter dran zu bleiben mit Ihrer riesigen Bereitschaft, zum Einstehen und Sicherstellen der Finanzierung des letzten Jahres. Ein herzliches Dankeschön an Sie!
Wir haben beschlossen, weiter dranzubleiben mit Nordkorea und den Menschen dort. Es ist ein Glaubensschritt, gerade jetzt, wo es eher nach einem Rückschritt aussieht. Wir können Ihnen noch nicht konkret sagen, wie es weitergeht, wir sind noch nicht auf dem nächsten Hügelzug angelangt, wo wir wieder den Überblick ins nächste Tal haben. Nebel erschwert uns im Moment die Sicht.
Aber eines wissen wir: Gott hat die Menschen in Nordkorea nicht vergessen. Glauben Sie mit uns! Beten Sie weiter für dieses Land und seine Einwohner! Helfen Sie uns, damit wir weiter helfen können. Danke - auf Koreanisch:
Kamsa-hamnida! 


Feiern bei Kaffee und Torte - oder feinem Käse, auch das gehört dazu!

Über 100 Personen sind am 10. Dezember nach Zürich gereist, eine grosse Freude für uns! Nach all den Vorbereitungen ist uns diese Rückmeldung eine grosse Ermutigung: „Wir möchten euch unser Kompliment aussprechen zum Programm und Ablauf vom letzten Samstag. Wir haben dadurch einen guten Einblick in die gesamte Arbeit bekommen.“
Persönlich begeisterte uns, wie aus den vielen Beiträgen und Berichten immer wieder durchschien, dass das Engagement nicht nur etwas in Nordkorea verändert hat, sondern auch im Leben, Denken und Handeln jedes Einzelnen. Viele Menschen haben sich sehr in dieses Projekt investiert.
Viele Koreaner besuchten die Schweiz und erhielten damit nicht nur einen guten Einblick in die Arbeitsweise der Schweizer Landwirtschaft. Und auch wir genossen während unserer Arbeit in Korea viele Privilegien, wurden als Gäste in diesem Land auch ehrenvoll und mit Respekt behandelt.
Die Zusammenarbeit wäre aber niemals so erfolgreich gewesen, wenn nicht Gottes Segen und Hilfe sichtbar mit dabei gewesen wäre. 

Auf zu neuen Horizonten! Noch versperrt uns Nebel die klare Sicht - wir bleiben aber dran

 
 
Unterstützen Sie uns:

Online spenden
 

Abonnieren Sie die herzensangelegenheiten Nordkorea und lassen Sie sich regelmässig über den Projektverlauf informieren.

Unterstützen Sie das Projekt finanziell: Neu: Online spenden oder Einzahlungsscheine anfordern .

Mehr Infos bei den frühere Ausgaben