Zwischenbericht Januar
2002Zukunft 2002: Zwei weitere Musterkäsereien
geplant
Nach den vier Musterkäsereien
in Kubin, Ungu Ri, Sinhung und Zhang Zong sollen dieses Jahr zwei weitere
Musterkäsereien aufgebaut werden. Eine Musterkäserei - dies bedeutet,
dass der Standort von Fachleuten von Campus für Christus betreut und
unterstützt wird, mit dem Ziel, von hier aus im weiteren Umkreis die
Errichtung einfacher Joghurt- und Käseverarbei-tungszentren zu fördern.
Dies geschieht bisher am erfolgreichsten in Kubin, wie im letzten Nordkorea-News
berichtet. Das hier vermittelte Wissen und Können wird in den umliegenden
Dörfern und Kooperativen weitergegeben und so die angestrebte Multiplikation
der Hilfe von Campus für Christus umgesetzt.

Für das Jahr 2002 ergibt
sich nun die Möglichkeit, auf den Standorten Unzong (Provinz Pjongang)
und Namsan (neue Provinz Nord Pjongan, siehe Karte) je einen neuen Käsereistandort
aufzubauen - insofern sich in den nächsten Wochen eine Fachperson zur
Betreuung findet. Sind Sie Milchverarbeitungs-Experte/in
oder Käser/in? Kennen Sie jemanden, den dies interessieren könnte? Melden Sie sich unbedingt!
Kirchgemeinde macht Nordkorea-Projekt zum
Jahresschwerpunkt
Die Reformierte Kirchgemeinde im bernischen Konolfingen hat das Zusammenarbeitsprojekt von Campus für Christus und der Nordkoreanischen
Regierung zu ihrem Jahresprojekt erklärt. Sie werden einen Teil der Kollekte
und aus dem Budget für das Nordkoreaprojekt spenden und ihre Mitglieder
regelmässig über das Projekt informieren. Ein erster Artikel im
internen Mitteilungsblatt ist schon erschienen. Für den Frühling
und Herbst sind zwei Vorträge geplant, das Projektleiterehepaar Jürg
und Marie-Anne Bühlmann wird aus erster Hand von Nordkorea erzählen.

Die reformierte Kirchgemeinde
Konolfingen (BE) engagiert sich ein Jahr lang für Nordkorea (Bilder:
www.ref.ch/konolfingen )
Auf die Frage, was denn gerade
für dieses Projekt spricht, lautet die Antwort der Kirchgemeinde Konolfingen:
- Das Projekt in Nordkorea
ist geführt von Fachleuten und orientiert an den Grundbedürf-nissen
der Menschen.
- Die Entwicklung von landwirtschaftlicher
Produktion und Verarbeitung geschieht nahe an der "Basis".
- Durch die Verbindung
von Schulung und Entwicklung wird eine nachhaltige Wirkung angestrebt.
- Ein Zeugnis der Tat statt
endloser Versprechungen in einem wenig bekannten Land, das durch die politische
Entwicklung der letzten Jahrzehnte an den Rand geraten ist.
- Die Unterstützung
aus der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit ( DEZA ) und die nötige Zusammenarbeit mit koreanischen Regierungsstellen sind
weitere Pluspunkte.
Zehn nordkoreanische Praktikanten in die
Schweiz

Niklaus Rieben: Wiedersehen
in Nordkorea mit zwei Praktikanten vom 1998.
Nach einem Jahr "Zwischenhalt"
können im Sommer 2002 wieder einige Praktikanten bei Schweizer Bauern
ein Praktikum absolvieren. Auch sind Schulungsblöcke mit Experten am
Praktikumsort und in der Landwirtschaftlichen Schule Rheinhof in Salez (SG)
geplant. Um den Praktikanten möglichst viel zu bieten und gleichzeitig
den Aufwand in verkraftbarem Mass zu halten, werden dieses Jahr "nur" zehn
Männer in die Schweiz reisen und es werden alle im Berner Oberland untergebracht.
Niklaus Rieben setzt sich dort seit mehreren Jahren als sehr engagierter
ehrenamtlicher Betreuer ein, der immer ein offenes Ohr für die vielen
grösseren und kleineren Schwierigkeiten im Zusammenleben und Zusammenarbeiten
von Schweizern und Nordkoreanern hat. Auch wenn es um die Organisation und
praktische Umsetzung der Schulungen vor Ort geht, ist seine Hilfe sehr geschätzt.
Die sehr gut geeigneten Praktikumsorte
im bündnerischen Lugnez werden, zumindest dieses Jahr, aus oben genannten
Gründen nicht berücksichtigt.
Spezial-Praktikum für Kulturvermehrung
Mit Kulturvermehrung ist
n i c h t die Vermehrung von schweizerischer oder nordkoreanischer Landes-Kultur
gemeint, sondern:
Eine kleine Gruppe nordkoreanischer
Milchverarbeitungsfachleute kann sich in der Schweiz während eines Praktikums
am Milch- und Lebensmittelzentrum
Rütti in der Kunst der Ver-mehrung von Bakterienkulturen für die Herstellung
von Joghurt und Käse weiterbilden.
Für Nicht-Milchexperten:
Zur Produktion von Joghurt und Käse werden Zusätze verwendet, bei
Joghurt eine spezielle Bakterienkultur und bei Käse neben Lab ebenfalls
eine oder mehre-re Bakterienkulturen.
Bisher wurden an unseren Standorten
in Korea einerseits von Campus für Christus importierte Kulturen verwendet,
andererseits benutzte man einfache, selber hergestellte Zusätze.
Um in Zukunft einfache Kulturen
in guter Qualität im Land selber zu produzieren, werden drei bis vier
Fachleute vom 25. Mai bis 18. Juni 2002 in der Schweiz weitergebildet.
Super: Agronom Daniel Gerster hat sich für
ein weiteres Jahr verpflichtet!
Daniel Gerster formuliert
in seinem Rundbrief einige der Gründe, die ihn dazu bewogen haben, sich
weiter zu engagieren:
- Beziehungen: Nach
jedem Aufenthalt im Ausland hatte ich den Eindruck, Leute verlassen zu müssen,
mit denen ich gerade erst eine bessere Beziehung aufbauen konnte. In Nordkorea
ist dies zudem fast die einzige, wenn auch eingeschränkte Möglichkeit,
etwas von mir persönlich weiterzugeben oder vorleben zu können.
- Der Hof Zuhause : Wann werde ich mich mehr Zuhause engagieren und somit die Eltern entlasten?
Was könnte man vereinfachen? Entscheidend bezüglich Nordkorea ist,
dass mich meine Eltern nochmals ziehen lassen und mich auch in meinem Engagement
unterstützen.
- Das Projekt: Einige
Dinge habe ich angefangen, in denen ich mich gerne nochmals einsetze. Dazu
habe ich im vergangenen Jahr eine sehr gute Zeit zusammen mit den Nordkorea-nern
erlebt und war auch nicht zu gestresst durch die vielen täglichen Unannehmlichkeiten
im Land. Persönlich werde ich bestimmt nochmals viele wertvolle Erfahrungen
sammeln können.