Aktuell
      mehr
Hintergrund
Projekte
Ausbildung
Standorte
Ihre Spende
Partner
Links
Medien

Aktuelle Informationen zum Projektverlauf English

 
Zwischenbericht Januar 2003

Waisenhäuser erhielten Weihnachtsgeschenk

In Nordkorea wird Weihnachten nicht gefeiert, trotzdem erhielten 750 Kinder ein „Weihnachtsgeschenk“. Wie es dazu kam erzählt Marie-Anne Bühlmann:
 
Waisenhaus
Die Kinder freuen sich über die wärmende Unterwäsche.Feierliche Übergabe der Pakete an die Heim-leitung und Vertreter des Aussenministeriums
In Reih und Glied liegen die Babys auf einer dünnen Matte den ganzen Tag auf dem Boden.Dicht gedrängt in einem Schulzimmer. Der Ofen in der Mitte ist kalt!
„Botschafter Ri Tcheul gelangte im Dezember mit einer dringenden Anfrage an uns, ob wir sehr kurzfristig die Kinder zweier Waisenhäuser in Sariwon mit warmer Unterwäsche, Schu-hen, Jacken und einigem mehr versorgen könnten. Dank dem Engagement vieler unserer Freunde konnten wir die gewünschten Dinge sofort kaufen und wenige Tage später persönlich überbringen.
Welche Gegensätze uns da zur Weihnachtszeit begegneten! Der Strom reicht nicht annähernd um den normalen täglichen Bedarf zu decken, in den Dörfern gibt es oft mehrere Tage über-haupt keinen Strom. Auch in der privilegierten Hauptstadt ist während Stunden kein Strom verfügbar. So gibt es auch kein fliessendes Wasser mehr, es muss während der kalten Jahres-zeit mit Eimern in die Wohnung geschleppt werden, bei vielen Häusern bis in das 20. Stock-werk, ohne Lift. Vom zentralen Heizkraftwerk kommt keine Wärme. Die Wohnungen sind eiskalt. Die Temperaturen waren jetzt schon ständig unter der Nullgradgrenze, und die kältes-te Zeit steht noch bevor. Die Lebensmittelsituation ist wie in den letzten Jahren katastrophal.“

Beim Besuch der Waisenhäuser fiel einmal mehr auf, dass die Kinder wegen der jahrelangen Mangelernährung sehr, sehr klein für ihr Alter sind. Viele Zweijährige können noch nicht gehen, das bedeutet, dass auch die motorische Entwicklung verzögert ist. Campus für Christus hat sich darum entschieden auch längerfristig in diese Kinderheime zu investieren.

Langfristiges Engagement in Nordkorea

Schon seit längerer Zeit wird das Projektjahr 2003 vorbereitet und geplant. Entwicklungshilfe heisst für uns, dass sie in Zusammenarbeit mit koreanischen Regierungsvertretern und lokalen Verantwortlichen vor Ort vorbereitet wird und die spezifischen Bedürfnisse wahrnimmt. In einem Rahmenvertrag wurden die Fachbereiche definiert, in denen Campus für Christus hauptsächlich tätig sein soll: Ziegenzucht, Futterproduktion, Milchverarbeitung und Forstwirtschaft. Auch ein Zeitrahmen wurde definiert: Die Arbeit von Campus für Christus soll noch mindestens bis 2006 weitergeführt werden.


Projektentwicklung 1995 – 2002: Direkte Investitionen und Naturalspenden der deutschen Hilfsorganisation humedica, die Campus für Christus Dank der Stationierung von Mitarbeitern in Nordkorea zur Verteilung anvertraut wurden.


Entwicklung der Joghurt und Käseproduktion an den Campus für Christus Standorten.

Zukünftig wird auf eine verstärkte Zusammenarbeit auch mit südkoreanischen Partnern und der DEZA (Direktion für Entwicklungs- und Zusammenarbeit der Schweiz) gesetzt, was eine Ausweitung der Tätigkeit, des Arbeitsvolumens bedeutet. So arbeitete der Agronom Heinz Müller im vergangenen Jahr im Bereich Futterproduktion sowohl auf den sieben Musterbetrieben von Campus für Christus als auch auf fünf DEZA Standorten. Im Gegenzug engagiert sich die DEZA seit 2002 auch mit grösseren finanziellen Beiträgen im Projekt von Campus für Christus.
 
Der Ochse bringt die Milch in die Molkerei – ein alltägliches Bild.
Beratung: Daniel Gerster (Agronom) diskutiert die Strategie für die Ziegenzucht mit dem Tierarzt, dem verantwortlichen Brigadier und dem Chef der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Zhang Zong.
Die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften fungieren bei beiden Organisationen als Kompetenzzentren, wo neue landwirtschaftliche Produktionstechniken getestet und, falls sie sich bewähren, auf die umliegenden Kooperativen ausgedehnt werden können. Drei der Zentren der DEZA liegen in der Region Miru Hill (südlich von Pjöngjang), zwei Betriebe sind im Norden des Landes auf ca. 800 m. ü. M. in einer mikroklimatisch ähnlichen Region wie etwa das Oberwallis oder das Unterengadin. Eine Überblick über die Musterstandorte von Campus für Christus finden Sie auf der nachstehenden Karte:
 
Aktuelle Standorte von Campus für Christus Schweiz 
(in Klammer seit wann):  
BPD: Bjong Pung Dok (1996)  
SH: Sinhung (1997)  
UR: Ungu Ri (1998)  
KB: Kubin (1998)  
ZZ: Zhang Zong (2000)  
UZ: Unzong (2001)  
NS: Namsan (2002)  
HS: Hungsan (2003) 
 
 
 
 
Aktuelle Standorte von 
Campus für Christus 
Schweiz und Südkorea: 
KB: Kubin (1998) 
UZ: Unzong (2001) 
geplante Standorte von 
Campus für Christus:
TC: Tanchon (2004) 
MC: Munchon (2004) 
KD: Kudu (2005) 
 
US: Unsan (2005) 
Städte und Waisenhäuser: 
PJ: Hauptstadt Pjöngjang
SW: Waisenhäuser Sariwon
Immer noch ist in weiten Teilen des Landes die Ernährung hauptsächlich auf Kohlenhydraten (Mais, Reis) basierend. Neben den fehlenden Nahrungsmitteln führt dies zusätzlich zu einer schwerwiegenden Mangelernährung. Mit den neuen Standorten werden weitere Gebiete ihre Versorgung mit lebenswichtigem Eiweiss (z.B. in Joghurt) verbessern können. Ihre Spenden bringen hier einen grossen Nutzen. Ihr Beitrag hat in den vergangenen Jahren in vielen Dörfern die Ernährungssituation markant verbessert. Das Ziel ist, dass ganz Nordkorea sich wieder ausgewogen ernähren kann. Die neuen Standorte, die neuen Molkereien sind unser Teil der Lösung dazu. Wir sind begeistert über diese Ausweitung der Arbeit, sind uns aber auch bewusst, dass dies nur möglich ist, weil Sie uns darin unterstützen. Vielen Dank für Ihre Treue!

Senioren engagieren sich für Nordkorea

Die beiden Gruppen „Senioren für die 3. Welt“ und „Team für angewandte Technologien“ (SE3WE – TAT, www.se3we.ch) sind ein Zusammenschluss verschiedener Fachexperten, die sich das Ziel gesetzt haben, ihre beruflichen Fähigkeiten auch nach der Pensionierung für die 3.Welt einzusetzen. In den letzten 8 Jahren hat SE3WE - TAT viel Zeit und Kreativität einge-setzt in die Entwicklung mechanischer Pedalpumpen, die nicht mit Strom sondern durch menschliche Kraft betrieben werden können.

Die Pumpe ist so gebaut, dass der lokale Mechaniker eines Dorfes diese selber bauen und un-terhalten kann, auch in nicht hoch technologisierten Ländern. Die Erfahrungen in Paraguay, Kambodscha, Südafrika, Nepal, Senegal, Haiti, Tschad, und auf den Philippinen, in Zusam-menarbeit mit diversen Hilfswerken (HEKS, SKAT, Helvetas, ...) haben gezeigt, dass die Pumpe diese Anforderung in der Praxis erfüllt. Ein erstes Exemplar einer solchen Pumpe hat Campus für Christus letztes Jahr nach Nordkorea transportiert und dem Landwirtschaftsminis-terium vorgestellt. Mit der nächsten Containerfracht wird nun Material für 7 weitere Pumpen verschifft, die unter Anleitung auf den Musterbetrieben zusammengebaut und als Modelle für die weitere Produktion vor Ort dienen. Die Pumpen können bis zu 80 Liter Wasser pro Minu-te aus 8 Meter Tiefe fördern und sollen für die Bewässerung (Reisanbau), die Versorgung in-nerhalb eines Dorfes oder auch bei den bestehenden Molkereien eingesetzt werden.
 
 
Projektleiter Jürg Bühlmann beim Pumpentest: Das neue Modell ist noch einfacher im Bau und Unterhalt.Für die Dritte Welt engagiert: Sie entwickelten eine Wasserpumpe, die überall eingesetzt werden kann.
Personalbedarf

Gemeinsam unterwegs: Die beiden Agronomen Heinz Müller und Daniel Gerster mit ihrem Begleiter vom Landwirtschaftsministerium O Jong Ho und dem Übersetzer Hjong Kjong Chol.

Da Heinz Müller in einem anderen Projekt weitere Erfahrungen sammeln möchte, suchen wir wieder einen zweiten Agronomen – oder eine Agronomin! Wenn Sie eine oder mehrere Saisons in einem landschaftlich faszinierend schönen Land arbeiten möchten, wenn Sie gerne scharf essen und danach koreanische Volkslieder singen (lernen) möchten, dann könnten Sie unsere Frau, unser Mann sein!

Abonnieren   Sie die Nordkorea News und lassen Sie sich regelmässig über den Projektverlauf informieren.

Unterstützen Sie das Projekt finanziell: Neu:Online spenden oder Einzahlungsscheine anfordern .

Frühere Ausgaben: Januar 2001 / März 2001 / Juni 2001 / August 2001 / November 2001 / Januar 2002 / März 2002 / Juni 2002 / September 2002 / November 2002 /