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| Auch eine Ziege
möchte genügend fressen... |
Oft haben sie zu Beginn
einige Säckchen mit verschiedenen Grassorten durch Agape international
erhalten und wurden durch die guten Resultate ermutigt, diese in grösserem
Stil anzubauen. 
Zwei
Freunde - zukünftige Graszüchter? |
Damit eine Ziege mehr als
ein paar Deziliter Milch zur Weiterverarbeitung zu Joghurt und vielleicht
sogar Käse gibt, braucht sie genügend nährstoffreiches Futter. Nordkorea hat zwar einige
landschaftliche wie klimatische Gemeinsamkeiten mit der Schweiz – und ist
doch so verschieden: Im Frühjahr ist die Landschaft braun und trocken,
es regnet sehr selten. Erst im Sommer bringen Monsunregen üppiges
Grün – der Winter ist bitterkalt. Ziegen ernähren sich,
sobald die Büsche grün werden von deren Laub, später von
Gras. Für den Winter wird in grossen Mengen Laub getrocknet und aufbewahrt.
Im Frühling wird dann aber meist das Trockenfutter knapp, ehe in Wald
und Feld etwas grün wird. Die hungrigen Tiere finden
während Wochen nur wenig Futter, obschon es jetzt warm wäre.
Der Regen fehlt. In den hügelig bis gebirgigen Gegenden dauert es
bis Mitte Mai, bis die Bäume Laub kriegen! Zuchtgras wird sehr viel
früher grün als koreanische Gräser. Zudem ist dieses um
einiges nahrhafter als Laub und lässt sich auch schneller und einfacher
trocknen. Um vor allem den jungen
Ziegen, den Gitzi eine bessere Startgrundlage zu ermöglichen, ist
nährstoffreiches Winterfutter besonders wichtig. Noch fehlt aber vielerorts
dass Know How, wie man qualitativ gutes Heu oder sogar Silage herstellt. Ein Ziel unserer Beratertätigkeit
ist, dieses Know How zu fördern. Dies beginnt damit, dass wir kleine
Mengen verschiedener Grassorten zum Testen und Weitervermehren importieren.
Nicht alle Grassorten überlebten den ersten harten Winter und die
darauffolgende Trockenheit. Deshalb arbeiten unsere Berater mit unseren
koreanischen Partnern daran, mit Versuchsgärten an den verschiedenen
Projektorten herauszufinden, welche Sorten überlebensfähig und
ertragreich sind.  
Versuchsgarten
mit sorgfältig beschrifteten Täfelchen und dekorativem Zaun |
Saat
und Ernte / Die Saat geht auf! Ein Bauer ging aus um
zu säen. Beim Ausstreuen der Saat fiel einiges auf den Weg. Da kamen
die Vögel und pickten es auf. Anderes fiel auf felsigen Boden, der
mit einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Weil die Saat dort so wenige
Erde hatte, ging sie rasch auf. Als dann die Sonne höher stieg, wurden
die jungen Pflanzen versengt, und weil sie keine kräftigen Wurzeln
hatten, verdorrten sie. Einiges fiel ins Dornengestrüpp, und die Dornenbüsche
überwücherten und erstickten die Saat. Einiges jedoch fiel auf
guten Boden und brachte Frucht - zum Teil Ähren mit hundert Körnern,
andere mit sechzig und noch andere mit dreissig Körnern. Wenn ich mir diese Geschichte
anschaue, dann scheint es auf den ersten Blick so, dass 3/4 der Saat verloren
geht. Kein sehr gutes Resultat. Erst auf den zweiten Blick merke ich, dass
hier gar kein Verlustgeschäft beschrieben ist, sondern eine hochprofitable
Aktion: Von hundert Körnern verliere ich zwar 75, aber aus den restlichen
25 Körnern erhalte ich zu einem Teil das Hundertfache, also 25/3
mal hundert = 833, einmal das Sechzigfache (500), einmal das Dreissigfache,
total also 1583. Eine Rendite von 158 %! Eine gewaltige Verheissung, auch
für dieses Projekt, an der ich festhalten möchte.Stefan Burckhardt, Projektleiter Nordkorea |  |
 Wegen der anhaltenden Lebensmittelknappheit
werden alle verfügbaren Flächen für den Nahrungsmittelanbau
gebraucht. Wo bleibt denn da noch Raum für eine Heuwiese? Wir empfehlen angesichts
der andauernden Nahrungsmittelknappheit, möglichst nicht gutes Landwirtschaftsgebiet
für die Tierfutterproduktion einzusetzen. Es gibt genügend Flächen,
die genutzt werden können: Koreas Landschaft ist geprägt durch
flache, relativ schmale Flusstäler. Deren Hänge sind steil und
wurden in den vergangenen Jahren mehr und mehr als zusätzliche Ackerfläche
genutzt. Der Ertrag ist aber gering. Hier wie auf anderen eher mageren
Böden liesse sich Gras ansäen. Schwieriger wird es dort, wo gezielt
Gras angesät wird um es zu vermehren – zur effizienten Ernte braucht
es flache Äcker. Somit ist die Verteilung von Saatgut und die Förderung
der Saatgutproduktion immer etwas kontrovers. Die Förderung des Anbaus
von Futter ist auch herausfordernd, weil es ein langfristiges Engagement
fordert, das nicht sofort grossartige Resultate zeigt. Aber Leute, die
die Geduld aufbrachten, sind begeistert. So meinte einer der Verantwortlichen
in Kubin, dass ihre Ziegen unbedingt gutes Luzerneheu brauchen, da sie
damit viel gesünder seien und mehr Milch produzieren würden.

Agronom
Daniel Gerster begutachtet ein reifes Feld |
 | | Heute vermehren
einige Orte ihre Sorten selber |
Oft haben sie zu Beginn
einige Säckchen mit verschiedenen Grassorten durch Agape international
erhalten und wurden durch die guten Resultate ermutigt, diese in grösserem
Stil anzubauen. In ihrer Begeisterung gehen
manche so schnell vor, dass Verantwortliche unbedingt die Körner ernten
wollen, um die entsprechende Sorte im folgenden Jahr wieder aussähen
zu können. Damit können wir jedoch keine genaue Erhebungen machen,
wie viel Grünmassenertrag nun zum Beispiel eine neue Sorte Futterhirse
erbracht hat. Dies zeigt aber auch, dass die Sorte in der Praxis erfolgsversprechend
ist, weil sie selbst von den Verantwortlichen nachgezogen wird...
| Die Förderung der Saatgut-Produktion
gehört heute zu dem Fachbereich, der vom Landwirtschaftsministerium
besonders hervorgehoben wird |
Einer der Betriebe, ZaeAn,
unterstützen wir schwerpunktmässig in der Produktion von Saatgut.
Insgesamt wird auf über 6ha Saatgut von Hand produziert. Zu einem guten Erfolg wurde
bis anhin Triticale zu Futterzwecken angebaut, daneben bewährten sich
Knaulgras und Luzerne. Auf anderen Flächen testen wir weitere Sorten
und Arten. Eine kleine Trocknungsanlage
hilft, dem geernteten Saatgut sofort die Feuchtigkeit zu entziehen, um
es lagerfähig zu machen. Als wir bei einem der letzten Besuche nach
dem produzierten Saatgut sehen wollten, erklärten sie uns, dass ein
Monat nach der Ernte bereits das meiste verkauft sei. Das Saatgut ist sehr
gefragt! Wenn gutes Saatgut in genügender
Menge vorhanden ist, garantiert dies schon einen weiten Teil der zukünftigen,
guten Ernte. | |  Berater
und Mitarbeiter mischen bewährtes Saatgut aus verschiedenen Sorten. |

Wie
säe ich eine Wiese an? Praktische Ausbildung auf dem Feld. |

Saatgut
nach der Vermehrung - bereit zum Verkauf |
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