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herzensangelegenheit Nordkorea Jan 2005 English

 


 
Auch eine Ziege möchte genügend fressen...

Oft haben sie zu Beginn einige Säckchen mit verschiedenen Grassorten durch Agape international erhalten und wurden durch die guten Resultate ermutigt, diese in grösserem Stil anzubauen.

Zwei Freunde - zukünftige Graszüchter? 

Damit eine Ziege mehr als ein paar Deziliter Milch zur Weiterverarbeitung zu Joghurt und vielleicht sogar Käse gibt, braucht sie genügend nährstoffreiches Futter.

Nordkorea hat zwar einige landschaftliche wie klimatische Gemeinsamkeiten mit der Schweiz – und ist doch so verschieden: Im Frühjahr ist die Landschaft braun und trocken, es regnet sehr selten. Erst im Sommer bringen Monsunregen üppiges Grün – der Winter ist bitterkalt.

Ziegen ernähren sich, sobald die Büsche grün werden von deren Laub, später von Gras. Für den Winter wird in grossen Mengen Laub getrocknet und aufbewahrt. Im Frühling wird dann aber meist das Trockenfutter knapp, ehe in Wald und Feld etwas grün wird.
Die hungrigen Tiere finden während Wochen nur wenig Futter, obschon es jetzt warm wäre. Der Regen fehlt. In den hügelig bis gebirgigen Gegenden dauert es bis Mitte Mai, bis die Bäume Laub kriegen!
Zuchtgras wird sehr viel früher grün als koreanische Gräser. Zudem ist dieses um einiges nahrhafter als Laub und lässt sich auch schneller und einfacher trocknen.
Um vor allem den jungen Ziegen, den Gitzi eine bessere Startgrundlage zu ermöglichen, ist nährstoffreiches Winterfutter besonders wichtig. Noch fehlt aber vielerorts dass Know How, wie man qualitativ gutes Heu oder sogar Silage herstellt.
Ein Ziel unserer Beratertätigkeit ist, dieses Know How zu fördern. Dies beginnt damit, dass wir kleine Mengen verschiedener Grassorten zum Testen und Weitervermehren importieren. Nicht alle Grassorten überlebten den ersten harten Winter und die darauffolgende Trockenheit. Deshalb arbeiten unsere Berater mit unseren koreanischen Partnern daran, mit Versuchsgärten an den verschiedenen Projektorten herauszufinden, welche Sorten überlebensfähig und ertragreich sind. 

Versuchsgarten mit sorgfältig beschrifteten Täfelchen und dekorativem Zaun

 
 
Saat und Ernte / Die Saat geht auf!
Ein Bauer ging aus um zu säen. Beim Ausstreuen der Saat fiel einiges auf den Weg. Da kamen die Vögel und pickten es auf. Anderes fiel auf felsigen Boden, der mit einer dünnen Erdschicht bedeckt war. Weil die Saat dort so wenige Erde hatte, ging sie rasch auf. Als dann die Sonne höher stieg, wurden die jungen Pflanzen versengt, und weil sie keine kräftigen Wurzeln hatten, verdorrten sie. Einiges fiel ins Dornengestrüpp, und die Dornenbüsche überwücherten und erstickten die Saat. Einiges jedoch fiel auf guten Boden und brachte Frucht - zum Teil Ähren mit hundert Körnern, andere mit sechzig und noch andere mit dreissig Körnern. 
Wenn ich mir diese Geschichte anschaue, dann scheint es auf den ersten Blick so, dass 3/4 der Saat verloren geht. Kein sehr gutes Resultat. Erst auf den zweiten Blick merke ich, dass hier gar kein Verlustgeschäft beschrieben ist, sondern eine hochprofitable Aktion: Von hundert Körnern verliere ich zwar 75, aber aus den restlichen 25 Körnern erhalte ich zu einem Teil das Hundertfache, also 25/3  mal hundert = 833, einmal das Sechzigfache (500), einmal das Dreissigfache, total also 1583. Eine Rendite von 158 %! Eine gewaltige Verheissung, auch für dieses Projekt, an der ich festhalten möchte.

Stefan Burckhardt, 
Projektleiter Nordkorea


 


Wegen der anhaltenden Lebensmittelknappheit werden alle verfügbaren Flächen für den Nahrungsmittelanbau gebraucht. Wo bleibt denn da noch Raum für eine Heuwiese?
Wir empfehlen angesichts der andauernden Nahrungsmittelknappheit, möglichst nicht gutes Landwirtschaftsgebiet für die Tierfutterproduktion einzusetzen. Es gibt genügend Flächen, die genutzt werden können: Koreas Landschaft ist geprägt durch flache, relativ schmale Flusstäler. Deren Hänge sind steil und wurden in den vergangenen Jahren mehr und mehr als zusätzliche Ackerfläche genutzt. Der Ertrag ist aber gering. Hier wie auf anderen eher mageren Böden liesse sich Gras ansäen. Schwieriger wird es dort, wo gezielt Gras angesät wird um es zu vermehren – zur effizienten Ernte braucht es flache Äcker. Somit ist die Verteilung von Saatgut und die Förderung der Saatgutproduktion immer etwas kontrovers.
Die Förderung des Anbaus von Futter ist auch herausfordernd, weil es ein langfristiges Engagement fordert, das nicht sofort grossartige Resultate zeigt. Aber Leute, die die Geduld aufbrachten, sind begeistert. So meinte einer der Verantwortlichen in Kubin, dass ihre Ziegen unbedingt gutes Luzerneheu brauchen, da sie damit viel gesünder seien und mehr Milch produzieren würden.

Agronom Daniel Gerster begutachtet ein reifes Feld

 
Heute vermehren einige Orte ihre Sorten selber

Oft haben sie zu Beginn einige Säckchen mit verschiedenen Grassorten durch Agape international erhalten und wurden durch die guten Resultate ermutigt, diese in grösserem Stil anzubauen. 

In ihrer Begeisterung gehen manche so schnell vor, dass Verantwortliche unbedingt die Körner ernten wollen, um die entsprechende Sorte im folgenden Jahr wieder aussähen zu können. Damit können wir jedoch keine genaue Erhebungen machen, wie viel Grünmassenertrag nun zum Beispiel eine neue Sorte Futterhirse erbracht hat. Dies zeigt aber auch, dass die Sorte in der Praxis erfolgsversprechend ist, weil sie selbst von den Verantwortlichen nachgezogen wird...
 
 
Die Förderung der Saatgut-Produktion gehört heute zu dem Fachbereich, der vom Landwirtschaftsministerium besonders hervorgehoben wird

Einer der Betriebe, ZaeAn, unterstützen wir schwerpunktmässig in der Produktion von Saatgut. Insgesamt wird auf über 6ha Saatgut von Hand produziert. 
Zu einem guten Erfolg wurde bis anhin Triticale zu Futterzwecken angebaut, daneben bewährten sich Knaulgras und Luzerne. Auf anderen Flächen testen wir weitere Sorten und Arten.
Eine kleine Trocknungsanlage hilft, dem geernteten Saatgut sofort die Feuchtigkeit zu entziehen, um es lagerfähig zu machen. Als wir bei einem der letzten Besuche nach dem produzierten Saatgut sehen wollten, erklärten sie uns, dass ein Monat nach der Ernte bereits das meiste verkauft sei. Das Saatgut ist sehr gefragt!

Wenn gutes Saatgut in genügender Menge vorhanden ist, garantiert dies schon einen weiten Teil der zukünftigen, guten Ernte.

Berater und Mitarbeiter mischen bewährtes Saatgut aus verschiedenen Sorten.

Wie säe ich eine Wiese an? Praktische Ausbildung auf dem Feld.

Saatgut nach der Vermehrung - bereit zum Verkauf


 
Ihre Unterstützung ermöglicht Hilfe, die ankommt! 
Dazu brauchen wir noch finanzielle Mittel:

Saatgut: Damit wir weitere Standorte im Futteranbau unterstützen können möchten wir 350 Kilogramm verschiedener Sorten à 4 - 12 Franken pro Kilogramm importieren.
Feuchtemessgerät, es wird zum Trocknen des Saatgutes benötigt: 113.- Euro
Leere Säcke für neues Saatgut mit Beschriftung: 20 Rp pro Sack
Getreidemühle: 155.- Euro (damit wird das Winterfutter aufbereitet)
10 Tage Experten-Einsatz, zum Beispiel des Metzgers: Ein Tag kostet rund 350 Franken (Flug, Versicherung, Lohn etc. anteilsmässig).
Aus- und Einreisevisum : 30.- Euro
1 neue Molkerei: 50‘000 SFr. inkl. Schulung im ersten Jahr. Auch 2005 möchten wir zwei neue Orte ausrüsten.

... und vieles mehr!

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