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Waisenkinder
in einem Heim in Chongjin beim Mittagessen - bald auch hier mit Milch und
Joghurt ergänzt? (Quelle: Ocha) |

| Schweizer Schule
verschenkt Theater-Erlös |
Die christliche Schule
SalZH in Winterthur hat anlässlich eines Theaterprojektes beschlossen,
die Kollekte vollumfänglich dem landwirtschaftlichen Entwicklungshilfeprojekt
in Nordkorea zu kommen zu lassen.  Welche Überraschung:
Telefonisch teilte uns Beatrice Schild, eine der Lehrerinnen der SalZH
mit, dass in den nächsten Tagen 1236.35 Schweizer Franken aufs Hilfskonto
des Nordkoreaprojekts überwiesen würden. Wir haben nachgefragt,
wie es dazu gekommen ist: 
Beatrice Schild: »Nach den Weihnachtsferien
brachten zwei Schüler ein Video über Waisenkinder in Nordkorea
und Informationsmaterial zum Entwicklungsprojekt von Agape International
in Nordkorea mit in den Unterricht. Kurz darauf lernte ich Stefan Burckhardt,
den Projektleiter persönlich kennen. Wir haben uns in der Schule
das Video gemeinsam angeschaut und die Kinder hatten den Wunsch, selber
etwas zu tun. Sie überlegten sich,
wie sie Geld sammeln könnten und betrieben darauf hin einen Pausenkiosk,
verkauften eine Schülerzeitung, selber bemalte Steine. Anlässlich eines Theaterprojektes
beschloss dann die Schulleitung auf Initiative der Schüler und Schülerinnen
hin, die Kollekte aller Vorstellungen ebenfalls dem Entwicklungshilfeprojekt
zukommen zu lassen. So kamen 1236.35 Fr. zusammen! Anhand der Projektbroschüre
wurde nun eifrig ausgerechnet, wieviele Ziegen, Käseformen usw. sich
damit finanzieren liessen. Während Familie Burckhardt
in Nordkorea weilte, reisten einige Emails hin und her, so konnten die
Schüler Fragen stellen und „dran“ bleiben. Sie beteten während
dieser Zeit auch oft für das Land, die Regierung, die Mitarbeiter
und freuten sich darauf, Familie Burckhardt vor den Sommerferien bei einem
Schulbesuch persönlich kennenzulernen.   
Gelebte
Grosszügigkeit: Familie Burckhardt empfängt das erarbeitete und
ersammelte Geld der 3.-6. Klässler) |
Nordkorea
live erlebt Nach fünf Jahren
Projektkoordination aus der Schweiz war ich nun wieder längere Zeit
vor Ort und erlebte hautnah, was es heisst, in Nordkorea zu leben und zu
arbeiten. Vieles war ungewohnt, auch wenn ich es vor sechs Jahren schon
einmal erlebt habe. Da ist zum Beispiel die Kommunikation über einen
Übersetzer, das Erleben, dass ich die vielen Schriftzeichen und Signale
(noch) nicht verstehe, dass eine Stadt abends fast stockdunkel ist, man
dafür die Sterne hell und klar sieht, dass man dann duscht, wenn man
beim Abwaschen merkt, dass heisses Wasser kommt, dass alles ein wenig länger
dauert als ich es im heimatlichen Umfeld in der Schweiz umsetzen kann.
Das ist die eine Seite, die herausforderte, die Momente bringt, wo ich
schlicht überfordert war und an meine Grenzen stiess. Die andere Seite waren
die Menschen, mit denen ich zusammenarbeitete und lebte. Es ist ein Vorrecht
in diesem Land, denselben Fahrer zu haben, mit dem man schon einmal sieben
Wochen unterwegs war und dessen Freude über das Wiedersehen echt und
herzlich ist. Es ist toll zu sehen, wie sich Standorte, in die wir in den
letzten Jahren Material, Know-how und Beziehungen investiert haben entwickeln
und aufblühen. Vieles sind kleine Schritte, nichts Spektakuläres,
in der Schweiz vielleicht sogar Selbstverständliches. Doch sie zeigen
mir, dass Veränderung ein Prozess von vielen kleinen Schritten ist
- was mich ermutigt, mich selber auf solche Prozesse einzulassen und andererseits
auch dranzubleiben in diesem Land.Stefan Burckhardt, Projektleiter Nordkorea |  |

Nordkorea hat in seiner
Geschichte nie eine demokratische Staatsform kennen gelernt. Dies gilt
es zu bedenken, wenn man dem heutigen totalitären System begegnet
und daran europäische Massstäbe anlegt. » Mir ist vor allem
ein äusserst diszipliniertes, hart arbeitendes Volk aufgefallen, das
versucht aus jedem Meter Boden Nahrung zu gewinnen. Die Menschen sind,
wenn es zu einer Begegnung kommen darf, freundlich und hilfsbereit. Man
kann mit ihnen lachen, und in der kurzer Zeit von zwei bis drei Tagen,
konnte ich auch äusserst private Fragen erörtern. Dieses Land
braucht uns dringend. Abwesenheit und Ignoranz wird nichts verhindern.
Doch durch tatkräftige Hilfe, ergänzt durch unsere Liebe werden
ihre Herzen bewegt. Am Freitag hatten wir eine
Sitzung mit dem Chef der „Abteilung für Tierhaltung“ des Landwirtschaftsministeriums.
Nach den ausführlichen gegenseitigen Dank und Lobgesprächen erklärte
uns Herr Kim Jong Nam, dass das Ministerium seine Strategie mit uns ändern
möchten. 
Kim
Wol Zu und Kim Jong Nam in entspannter Atmosphäre |
Sie wünschen, dass wir
uns auf 10 Standorte in Nordkorea festlegen und diese zu Musterbetrieben
ausbauen sollen. Nachdem ich ausführlich
unsere Qualitäten als Pioniere im Starten von neuen Ziegenstandorten
erläutert hatte, erwiderte ich, dass wir uns den vorgeschlagenen Strategiewechsel
unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen könnten. Damit wir die
vorgeschlagenen 10 Standorte zu Musterbetrieben ausbauen könnten,
müssten ihrerseits die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Nun begann die eigentliche
Verhandlungsarbeit! Solche Gespräche finden immer zwischen den Ranghöchsten
statt, die Experten sitzen auf der Seite und flüstern ihrem Gesprächsführer
die wichtigen fachlichen Informationen zu. Nach der Sitzung hatten
wir noch ein gemeinsames Abendessen, wo mir Kim Jong Nam sagte, er habe
noch nie so stark kontrovers in einer so fröhlichen Atmosphäre
verhandelt, wie das mit mir heute Abend möglich war. Auch der Koordinator Kim
Wol Zu sagte mir, dass er in seinem ganzen Leben noch nie eine so fröhliche
Woche erlebt hatte wie mit mir. Diese Aussagen freuten mich
natürlich sehr und zeigten mir, dass Christus in mir und durch mich
tatsächlich eine Atmosphäre schaffen kann, die für unsere
Partner in Nordkorea neu und positiv ist.“ 
 | Zwei Monate nach
der verheerenden Explosion leben Tausende in Zelten |
Die internationale Hilfe
für den Unglücksort ist grosszügig - doch es dauert noch
eine Weile, bis Normalität einzieht: Immer noch sind viele Häuser
zerstört, Kinder können nicht in die Schule gehen usw.
. Sie erinnern sich: Am 22.
April explodierten mehrere Eisenbahnwagons bei einem Rangierzwischenfall.
Da es kurz nach 12 Uhr Mittags geschah, wurden viele Kinder verletzt, die
eben die Schule verlassen hatten und unterwegs nach Hause waren. UNICEF
meldet jetzt, dass die Aufbauarbeiten begonnen haben, dass aber immer noch
die meisten Menschen in Zelten leben, die Kinder die Schule noch nicht
besuchen können. UNICEF setzt sich speziell dafür ein, dass gerade
für die Kinder ein Teil „Normalität“ wieder eintritt: der tägliche
Schulbesuch. Viele leiden am Erlebten, sind traumatisiert. Hier leisten
verschiedene Menschen Hilfe – der Schulbesuch wird ein weiterer Teil sein,
das Erlebte zu verarbeiten. Wie wir sie im letzten Brief
informiert haben, setzen wir uns momentan nicht speziell für Ryongchon
ein. Hier sind sehr viele speziell auf Soforthilfe eingestellte Organisationen
aktiv. In den nächsten Monaten
werden wir aber auch in der vom Unglück betroffenen Provinz Nord Pjöngan
eine neue Molkerei installieren. Das hier hergestellte Joghurt wird vor
allem an Kindertagesstätten, Schulen und Spitäler verteilt, was
eine sehr wichtige Ergänzung der dort verteilten Mahlzeiten ist. Wir
hoffen, Ihnen bald mehr darüber berichten zu können.  |
 Zwei
Mädchen vor den Überresten ihrer Primarschule (UNICEF DPRK 2004). |

Lage
Ryongchon (www.reliefweb.int modifiziert). |
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 In den letzten Monaten
hat das Warenangebot deutlich zu genommen, das System der Verteilung Güter
verschiedenster Art hat sich verändert. Man könnte sagen, Nordkoreas
Wirtschaft sei der unseren ähnlicher geworden: Dinge werden nicht
mehr hauptsächlich zugeteilt, sondern müssen gekauft werden. Auch wenn das Land immer
noch sehr isoliert ist, gewisse Lockerungen wurden sichtbar. Vor anderthalb
Jahren wurde das mobile Telefonieren mit einem Handy erlaubt. Öffnung,
auch in kleinsten Bereichen hat immer das Risiko, unkontrollierbar zu werden
- ein ganz neues Gefühl für dieses Land. So war es kürzlich
schon wieder vorbei mit der kleinen Bequemlichkeit, verschiedene Medien
berichteten davon: die Handys mussten wieder abgeben werden. Für unser
Projekt wäre es eine Erleichterung gewessen, den Kontakt vom nordkoreanischen
Projektbüro aus mit den Mitarbeitern auf den Standorten besser aufrecht
erhalten zu können (ins Ausland zu telefonieren war nicht möglich).
Veränderung ist ein Prozess in kleinen Schritten. Ein Prozess, der
Zeit braucht, und Geduld.  |
 Junge
Koreanerinnen sind bildhübsch! |
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Jürg
Bühlmann hat nach seiner Auszeit und anschliessender Tätigkeit
im Büro Zürich während des Nordkorea-Aufenthalts von Familie
Burckhardt nun eine neue Stelle ausserhalb von Campus für Christus
angetreten. Wir danken ihm hier an dieser
Stelle nochmals ganz herzlich für sein grosses Engagement und wünschen
ihm für seine weitere Zukunft alles Gute und Gottes Segen! Marie-Anne Bühlmann
arbeitet weiterhin im Büro Zürich mit, so werden Sie öfters
ihre Stimme am Telefon hören, oder Informationen mit ihrer Handschrift
erhalten.
Stefan Burckhardt plant,
im September einige Tage vor Ort zu sein. In der Zwischenzeit leitet und
koordiniert er das Projekt von der Schweiz aus. Um für längere
Zeit in Pjöngjang arbeiten zu können, fehlen die Mitarbeiter
hier in Zürich. Es ist aber notwendig, während der ganzen „Landwirtschaftssaison“
einen Koordinator vor Ort zu haben – jetzt müssen sich Käser
und Agronom mit viel Administrativem herumschlagen, was sie in ihrer eigentlichen
Aufgabe behindert. So suchen wir jemanden, der die Arbeit vom Schweizer
Büro aus koordinieren hilft! 
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