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 | Sonnenuntergang
- bald ist es pechschwarze Nacht. Der Wind rauscht im Laub des Apfelbaumes.
In der Küche glimmt ein Feuer. Eine kleine Kerze flackert - romantisches
Dinner für zwei? Nein, Alltag für eine Bauernfamilie in Samhun.
Stromausfall. Wie so oft. Energie ist in Nordkorea
in allen Formen sehr knapp. Öl muss importiert werden, Kohle, Holz
oder Wasserkraft gibt es nicht überall und Strom steht nur zeitweise,
mit häufigen Ausfällen und grossen Spannungsschwankungen zur
Verfügung. Dies beeinflusst die tägliche Arbeit stark. Einerseits
muss vieles in mühseliger Handarbeit erledigt werden, andererseits
kann ein Stromausfall mitten in der Joghurtproduktion die ganze Milch ungeniessbar
machen. Schon lange ist uns dieses Problem bekannt und wir haben versucht,
je nach Situation vor Ort das Beste mit dem Verfügbaren zu machen. Wie können wir dieser
Familie helfen, regelmässig Strom für den Alltag zur Verfügung
zu haben? Abends im Schein einer Lampe essen zu können, Radio hören
oder fernzusehen. Etwas, das für uns ganz selbstverständlich
ist. Wenn der Wind im Apfelbaum
rauscht – könnte da vielleicht dieser Wind auch ein Rad zum Drehen
bringen? Ein Windrad?  |
| Liebe Leserin, lieber Leser Im ganzen Land herrscht Energiemangel.
Aber: Ganz im Sinne unserer bisherigen Projekte wollen wir auch hier nicht
alle Probleme auf einmal lösen, sondern klein, einfach, konkret, lokal
umsetzbar und multiplizierbar arbeiten. Dazu eignen sich Windräder
mit einer Leistung bis etwa 5 kW, die man selber bauen kann. Diese Grösse
eignet sich, um den Strombedarf einzelner abgelegener Häuser oder
Brigaden abzudecken. Das Ziel meines letzten
Besuchs in Pyongyang war, erste Schritte dazu vorzubereiten. In Pyongyang
gibt es ein Zentrum für Alternativenergie-Entwicklung. Diese koreanischen
Fachleute sind äusserst interessiert an einer Zusammenarbeit und haben
auf unsere Anfrage und Ideen sehr positiv reagiert. Und so möchten wir
vorerst an einem unserer Standorte, in der Kooperative von Samhun (Kreis
Hangzu), eine kleine Windkraftanlage als Pilotanlage bauen und so aufzeigen,
wie weit eine lokale Produktion möglich ist, welche Grösse sinnvoll
ist und mit welchen Kosten wir dabei rechnen müssen. Da wartet einiges
an Arbeit auf uns ... aber auch ganz neue Chancen, den Menschen Nordkoreas
zur Seite zu stehen. Ich freue mich darauf!
Stefan Burckhardt Standortleiter Nordkorea  |

 | Ein
freundlicher Blick erfreut das Herz; eine gute Nachricht stärkt die
Gesundheit. So lautet der Kalenderspruch für den Juni - und es ist
auch das, was wir in Pyongyang erlebt haben: Vom 2. – 13. Juni weilten
Stefan Burckhardt und Daniel Gerster wieder in Pyongyang, um die Pläne
für 2007 bis 2011 zu konkretisieren und direkte Gespräche mit
den Fachministerien zu führen. Die Visa wurden unkompliziert und rasch
bewilligt, das alleine ist ein sehr ermutigendes Signal. Die Gespräche
verliefen erfreulich - und eröffnen uns neue Möglichkeiten. |
 | Die Fachleute des Alternativenergiezentrums
von Pyongyang werden jetzt einige Wochen lang in Samhun Windmessungen durchführen,
um über den bestmöglichen Standort zu entscheiden. Ein
nächster Besuch in Pyongyang ist im August geplant. Das Rad müssen wir
nicht neu erfinden: Wir stützen uns auf bestehende Baupläne für
kleine Windradtypen, die sich weltweit bewährt haben und unter den
unterschiedlichsten Randbedingungen erfolgreich selber gebaut wurden.
Jetzt suchen wir finanzielle Unterstützung um das Projekt starten
zu können. Wir benötigen dazu 150‘000
Franken.Helfen Sie uns dabei? |
 Agape international arbeitet
schon seit 10 Jahren vor Ort in Nordkorea. Damals befand sich Nordkorea
in einer Notlage, in dem auf Grund verschiedener Umstände selbst Grundnahrungsmittel
fehlten. Schätzungen gehen davon aus, dass Mitte der Neunziger Jahre
bis zu 2 Millionen Koreaner verhungert sind. Aus einem anfänglichen
Hilfsprojekt entstand bald ein Projekt, das sich auf die Förderung
der Ziegenhaltung sowie den Anbau von Futter im ländlichen Hügelgebiet
des Landes konzentrierte. Dabei wurden verschiedene landwirtschaftliche
Produktionsgenossenschaften beraten und unterstützt. Während
der gesamten Zeit war die Energiefrage ein schwieriger Punkt, sei es beim
Transport (z.B. beim Bau von Ställen, bei der Ernte oder für
den Verkauf von Käse und Joghurt in der Stadt) oder beim Betrieb von
Anlagen (wie die Molkereien). Energie aus Wind zu gewinnen
ist eine mögliche Lösung des Problems. Der Einsatz der Windkraftanlagen
wird auf einzelnen Produktionsgenossenschaften geprüft, so dass die
Praxistauglichkeit sichergestellt ist. Die Anlagen sollen die Stromversorgung
für einzelne sicherstellen (300 W). Grössere Anlagen in einem
Weiler oder Dorf sollen die Energiebedürfnisse einiger 10 bis 20 Haushalte
abdecken können (3-5 kW). Die Anlagen sind so gestaltet, dass sie
lokal gewartet und möglichst in Serie hergestellt werden können.
Sie sollen überall einsetzbar sein. Mittelfristig soll das Projekt
ohne ausländische Unterstützung tragfähig sein und selbständig
multiplizierbar sein. Ähnlich wie bei unseren
bisherigen Projektaktivitäten ist es das Ziel, zuerst ein Modell zu
bauen, das dann an anderen Orten kopiert werden kann. Das Windrad soll
in Korea in lokalen Werkstätten hergestellt werden, es soll so einfach
gebaut sein, dass es in einzelnen Weilern und kleinen Dörfern eine
echte Hilfe ist. Wo nötig, vermitteln wir internationale Expertenkontakte
aus dem Ausland und führen Schulungsreisen ins Ausland durch. Ein
Ziel ist ebenfalls, dass die Windräder von den Kooperativen selber
finanziert werden können, allenfalls mit Hilfe eines Mikrokredites.  |
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 Am 20. März kamen die
beiden nordkoreanischen Futterbauexperten in der Schweiz an. Vorgängig
war die geplante zehntägige Reise mehrmals verschoben worden. Kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen,
wollte es die Fremdenpolizei genau wissen: Erst als Daniel Gerster persönlich
bestätigen konnte, dass die Einladung von Agape international wirklich
echt war durften unsere Gäste einreisen. Nach dem ersten Schrecken
allseitige Erleichterung - erfreulicheren Begegnungen mit Schweizern stand
nun nichts mehr im Weg. Daniel Gerster begleitete sie dann durch ein von
ihm hervorragend organisiertes fachliches Programm: Einführung in die Schweizer
Landwirtschaft – Bodenverhältnis – Weide – Wald – Futterbau – Ziegenrassen
– Ziegenzucht – Hofbesuche – Hofmechanisierung – Schweine – Mühle
– Milchverarbeitung – Kaninchen – und vieles mehr. Ein vielfältiges, fachlich
anspruchsvolles Programm. Zeitweise verschwanden zwar
die Wiesen, das Hauptthema der Weiterbildung unter dem vielen späten
Schnee, doch haben wiederum zwei Koreaner eine Horizonterweiterung erlebt.
Sie haben für einmal die Welt aus einer anderen Sicht gesehen. Und
auch sie werden ihre Eindrücke und ihr neues Wissen in ihrem Heimatland
umsetzen und einbringen. Während des ganzen Aufenthalts begleitete
der Übersetzer der nordkoreanischen Botschaft in Muri die Gruppe.
Diese intensive Zeit hat die bestehenden Beziehungen vertieft und gefestigt.
Im Gegensatz zu früheren Weiterbildungen übernahmen diesmal die
Koreaner die Finanzierung der Reise. Unser Teil war die praktische Durchführung
und Begleitung. 

| Ob
auf einer Bergwiese in der Schweiz oder in einem Luzernefeld Nordkoreas
- Agronom Daniel Gerster ist ein engagierter Berater. |
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Die Nachrichtenagentur KCNA
meldete Mitte Mai, dass die nordkoreanische Führung ihren früheren
Botschafter in Russland zum neuen Aussenminister ernannt het. Pak Ui Chun
tritt die Nachfolge von Paek Nam Sun an, dessen Tod im Januar bekannt gegeben
worden war. Pak Ui Chun ist 74-jährig und vertrat sein Land als Botschafter
in Algerien, Syrien, Libanon und Russland. Im vergangenen Jahr ist er aus
Moskau nach Nordkorea zurückgekehrt. Welche Rolle wird er als
Aussenminister spielen? Wird er dem Land neue Wege öffnen und gute
Beziehungen zu den umliegenden Ländern pflegen können?  | | +++MEDIEN+++MEDIEN+++MEDIEN+++ |
 Das Internetradio „Life
Channel“ hat ein knapp einstündiges Portrait von Daniel Gerster aufgezeichnet,
das am 5. Mai 2007 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Sie können es
sich via Internet www.erf.ch/lifechannel anhören und Spannendes von Daniel Gersters Erlebnissen in Korea erfahren
– es lohnt sich! ?
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Fast vier Jahre ist es her,
doch schon beim Besteigen des Flugzeugs nach Pyongyang steigen vertraute
Düfte in die Nase, die viele gute Erinnerungen wieder wach rufen:
Marie-Anne Bühlmann sitzt mit Herzklopfen und freudiger Erwartung
da und kann es kaum erwarten, ihre Füsse wieder auf diesen vertrauten
Boden zu setzen. Die Reise in ihre alte Heimat,
zusammen mit Daniel Gerster als Reiseleiter und weiteren neun Teilnehmenden
sei einfach wunderbar gewesen, berichtet sie:
Vier
Begleiter (mit dem Chauffeur fünf) holten uns am Flughafen ab und
von diesem Zeitpunkt an waren wir „unzertrennlich“ mit ihnen verbunden.
Es war eine völlig neue Erfahrung für mich, als ganz gewöhnliche
Besucherin „behandelt“ zu werden. Ich realisierte, wie viel Freiheiten
wir hatten, als wir noch dort wohnten und arbeiteten. Damals konnten wir
uns ziemlich frei in der ganzen Hauptstadt bewegen. Diesmal konnten wir
kaum einen Schritt ausserhalb des Hotels tun, ohne dass einer unserer Begleiter
mitkam.“ Die
gesamte Reise in ein Land wie Nordkorea war für mich sehr beeindruckend.
Ich wusste nicht was mich dort erwarten würde. Die Begegnungen und
Erlebnisse haben mich positiv berührt, es war nicht beängstigend,
bedrohlich oder bedrückend. Zu sehen wie Menschen, welche
relativ isoliert vom Rest der Welt leben, eingebunden sind in ein System
des Glaubens und Gehorsams ihrem verstorbenen Führer und dessen Sohn
gegenüber hat mich sehr bewegt. Es ist beeindruckend, welche Kraft,
Kreativität und Verbundenheit dadurch entsteht. Von aussen betrachtet sind
es Menschen, die ein einheitliches Weltbild haben und in ihrem ganzen Denken
und Handeln durch dieses Weltbild bestimmt sind.“ A. Z. 
Gegen Ende Woche wurde ich
mit soviel Hass konfrontiert wie noch nie zuvor in meinem Leben. Wir schauten
uns das Kriegsmuseum von Sinjon an und mich dünkte, dass es extra
errichtet wurde, um den Hass, der durch die Kriege entstanden ist, lebendig
zu erhalten und zu schüren. Ich stand diesem tief sitzenden, grenzenlosen
Hass hilflos gegenüber. (…) Als wir nach acht Tagen
mit dem Zug Pyongyang verliessen, merkte ich, dass ich dieses Land und
die Leute echt gern bekommen hatte.“ D. W. 
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