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Zwischenbericht März 2003

Zicklein kurz nach der Geburt tot


Die Projektleiter Marie-Anne und Jürg Bühlmann sind zusammen mit Daniel Gerster, Agronom, wieder nach Nordkorea gereist. Diesmal einige Wochen früher als in den vergangenen Jahren um während der Ablammzeit vor Ort präsent zu sein. Bisher starben überdurchschnittlich viele Zicklein in den ersten Lebenstagen. Die Gründe dafür sind unklar und Daniel Gerster hofft, durch seine Anwesenheit auf den Projektstandorten die Ursachen erforschen zu können.

Im Weiteren wird in den nächsten Tagen eine weitere grosse Frachtsendung erwartet mit den dieses Jahr benötigten Milchverarbeitungsanlagen und Hilfsmitteln für die Joghurt- und Käseproduktion.

  
Güter, u.a. vier neue Molkereien  im Wert von über 100'000.- Schweizer Franken  schaukeln im Container auf dem Frachterr „Peninsular Bay“ in den Fernen Osten.

Politik und Wirtschaft
Ein Drittel der NordkoreanerInnen arbeitet in der Landwirtschaft. Der Anteil der Landwirtschaft in der Volkswirtschaft stieg seit den 90-er Jahren stark an, weil Industriebetriebe wegen permanenten Energiemangels geschlossen werden mussten. Nur noch die Rüstungsindustrie, vitale Betriebe und einzelne Werke für die Lebensmittelproduktion in der Nähe der Hauptstadt Pjöngjang sind in Betrieb. So hält sich Nordkorea mit dem Export von Rüstungsgütern knapp über Wasser. (Quelle: TagesAnzeiger, 15. Januar 2003)

Immer wieder drohen die Vorräte an Nahrungsmittel auszugehen. Das Land steht am Rande einer Hungerkrise. Innerhalb eines Jahrzehnts ist in Nordkorea die Lebenserwartung von 66,8 auf 60,4 Jahre gefallen.

Durch die schrittweise Eskalierung des Streites durch Pjöngjang und die unklare Haltung Washingtons sind die Wirtschafsreformen heute noch weiter in den Hintergrund gerückt. „Die Situation ist kritisch geworden, weil Nordkorea auch ohne äussere Bedrohung oder wirtschaftliche Sanktionen schon am Rande des Kollapses steht“, warnt Park Sung-hoon, Berater des ehemaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung. (Quelle: taz, 15.1.2003)

Oberstes Ziel der verschiedenen Hilfsorganisationen vor Ort ist weiterhin, die Verbesserung der Lebensverhältnisse einer Not leidenden Bevölkerung. Die Förderung der Ernährungssicherheit ist dabei der im Moment wichtigste Schwerpunkt. Nordkorea hat gerade wegen seiner hierarchischen Struktur das Potential, im Rahmen kleiner Aufbauprogramme die Produktivität der Landwirtschaft zu erhöhen und so in kleinen Schritten selbst zur Entwicklung der eigenen Ernährung beizutragen. Lauter kleine Schritte: Inzwischen sind zum Beispiel kleine Märkte am Wachsen, in den Staatsbetrieben kann auch Überschuss produziert werden, den die Angestellten vermarkten dürfen – mit mehr Selbstverantwortung steigt auch die Chance, dass wieder genügend produziert wird.

Kulturvermittler im Berner Oberland
  

Schon seit einigen Jahren engagiert sich Niklaus Rieben mit seiner Familie im Berner Oberland ehrenamtlich für das Projekt. Mit Wohnort Lenk im Simmental ist er ein grosser Gewinn für die Projektkoordination, ist es doch deutlich einfacher, mit einer Person vor Ort die Praktikumsplätze zu organisieren und danach nach Bedarf die Betreuung der Praktikanten wie der Gastfamilien sicher zu stellen. Er ist es auch, der das ganze Ausbildungsprogrammes (Schulungswochenenden) während des Aufenthaltes zusammenstellt und als Ansprechperson für verschiedene lokale Medien zur Verfügung steht.

Wieder acht Nordkoreaner in der Schweiz
Im Zusammenarbeitsvertrag mit der nordkoreanischen Regierung wird ein Schwerpunkt wie folgt festgehalten: „Die Schulung koreanischer Bauern und Spezialisten zur Förderung der koreanischen Berglandwirtschaft erfolgt teils vor Ort, teils in der Schweiz. Diese Leute werden sorgfältig ausgewählt. Sie müssen mindestens auf LPG-Ebene Einfluss haben für die praktische Umsetzung des Erlernten“. (LPG = Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft).
So werden vom 18. Mai -13. September 2003 wieder acht Nordkoreaner ein Praktikum auf einem Viehwirtschaftsbetrieb absolvieren können.
  
 

Oekumene-Kredit für das Land der Morgenstille
Die Zentralkirchenpflege des Verbandes der Stadtzürcherischen Evangelisch-reformierten Kirchgemeinden hat sich entschlossen, dem Landwirtschaftlichen Entwicklungsprojekt in Nordkorea 10'000.- auszurichten. Im Rahmen des Oekumene Kredits können Stadtzürcher Gemeinden Projekte zur Unterstützung vorschlagen. Ein Mitglied der Kirchgemeinde Zürich-Paulus hat daraufhin unter anderem dieses Projekt vorgestellt – und es wurde berücksichtigt. Danke!

Eine Ziege für jeden nordkoreanischen Haushalt!
Im Bewusstsein, dass ihren Volksgenossen auf der anderen Seite der Koreanischen Grenze nur Projekte mit Langzeitwirkung etwas nutzen haben sich südkoreanische Christen ähnliche Ziele wie das Entwicklungszusammenarbeitsprojekt von Campus für Christus in der Schweiz gesetzt: Ziegen sollen mit ihrer Milch und ihrem Fleisch die Ernährung verbessern. Das grosse Ziel der nächsten zehn Jahre: Jedem Haushalt sollen zwei oder mehr Ziegen gehören.

Total wurden letztes Jahr 420 Ziegen auf zwei der Projektstandorte von Campus für Christus (Kubin Ri und Unzong) geliefert. Hier sollen sie sich vermehren (eine Ziege wirft jährlich ein bis zwei Junge) und von hier aus sollen die Jungtiere dann verteilt werden.

Weshalb Ziegen? Zum Einen sind diese Tiere im Gegensatz zu Schafen oder Kühen äusserst anpassungsfähig und krankheitsresistent. Ihre Milchmenge ist relativ hoch (bis zu vier Liter im Tag) und die Milch ist besonders für Kinder und Ältere leichter verdaulich. Der Protein- und Fettgehalt ist höher als zum Beispiel bei Kuhmilch.
Dank der Unterstützung mit Lebendziegen aus dem Süden werden Brücken geschlagen zwischen Nord und Süd und die Verbreitung von Ziegen beschleunigt. Campus für Christus Schweiz sorgt durch die im Land stationierten Mitarbeiter dafür, dass diese Ziegen überleben. Dies geschieht indem die verantwortlichen Nordkoreaner durch regelmässige fachliche Beratung vor Ort so unterstützt werden, dass die Ziegen gesund bleiben und genügend Futter bekommen (v.a. im Winter).

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Frühere Ausgaben: Januar 2001 / März 2001 / Juni 2001 / August 2001 / November 2001 / Januar 2002 / März 2002 / Juni 2002 / September 2002 / November 2002 / Januar 2003 /