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herzensangelegenheit Nordkorea März 2007 English

 

Noch bevor es wirklich warm wird in Korea, werden die jungen Ziegen geboren. Eine der wohl intensivsten Zeiten innerhalb eines Jahres für die Ziegenhirtinnen. Im Kerzenlicht oder einfach nur im Mondschein wird manche Nacht durchwacht, um keine Geburt zu verpassen und wenn nötig Hilfestellung zu geben. Stolz präsentierten sie ihre Tiere, insbesondere wenn es gesunde Drillinge oder sogar Vierlinge waren.

Jede Hirtin versorgt in der Regel gegen 30 Ziegen und auch deren Jungtiere. Wenn wir genaue Auskunft über die Gesundheit oder Milchleistungen der Tiere haben wollten, mussten wir auf die Hirtinnen zurückgreifen. Jedem der Tiere hatten sie je nach Charakter oder Aussehen einen Namen gegeben. Die Sorge für die Tiere kann teilweise so gross sein, dass sie den jungen Tieren, gerade sollten sie krank werden, teilweise die gleiche Behandlung zukommen liessen wie sie es von den Menschen kannten. Speziell zubereitete Suppen oder Tees sollten helfen, die Ziegen am Leben zu erhalten, selbst wenn nicht viel Hoffnung für ein Überleben der Tiere bestand. Gebrochene Beine wurden so gut wies ging geschient und gepflegt, und wenn der Patient mehr Betreuung brauchte, schlief die Hirtin entweder direkt bei den Ziegen oder aber der Patient bei ihrer Hirtin.

In allem wurde immer wieder sichtbar, wie stark die Hirtinnen für ihre Ziegen lebten. Aber nicht etwa, weil sie die jungen Tiere wie Menschen verehrten, und wohl auch nicht nur, weil sie ihre Lebensgrundlage bedeuteten. Vielleicht ist es viel mehr darum, weil die Hirtinnen dadurch auch etwas von der ungebändigten Lebensfreude, die junge Ziegen in sich tragen, auf sich selber übertragen konnten. Und damit ihr Alltag mehr Farbe, Freude und Inhalt bot. Genau so, wie es in den Sprüchen heisst: 

»Wer reichlich gibt, wird gelabt, und wer reichlich tränkt, der wird auch getränkt werden.“ 
Sprüche 11,25

Daniel Gerster 
 


 
Sie können sich sicher unsere Begeisterung vorstellen: „Unser“ Film wurde an den Solothurner Filmtagen zweimal vorgeführt! Wie bitte? Unser Film? Das kam so: Im August 2002 brachte die Zeitung „Der Bund“ einen ausführlichen Bericht unter dem Titel „Im Simmental heuen und melken sieben Nordkoreaner“. Dieser wurde auch von Markus Baumann gelesen, der selber schon in Nordkorea war und er fragte uns an, ob er über unser Projekt einen Film drehen könnte. Zusammen mit dem Regisseur Hugo Sigrist hatte er bereits Erfahrung im Hilfswerkbereich, sowie schon einmal in Asien gedreht. Die Idee war, einen unserer nordkoreanischen Praktikanten zu begleiten in der Schweiz, wie auch bei ihm Zuhause in Korea. Die Drehs in der Schweiz im 2004 klappten - doch leider war es dann nicht möglich, nach Korea zu reisen. Trotzdem ist aus dem vorhandenen Filmmaterial, unseren Fotos aus Korea und Berichten von z.B. Peter Achten die „Achse des Guten“ entstanden.

Bereits wurde der Film im kleinen Rahmen einmal in der Lenk und in Bern aufgeführt. Aktuelle Infos, wo der Film läuft werden auch laufend auf www.agape.ch/nordkorea aktualisiert. Besuchen Sie doch auch die Homepage der Filmer: www.visuellemedien.ch Unter „Aktuelles“ wird der Film vorgestellt, unter „Presse“ gibt’s weitere Bilder. 

Anschliessend an die Solothurner Vorführung stand „Diskussion“ auf dem Programm - für mich ebenso spannend und bereichernd wie der Film: 
Hanspeter Nüesch: „... herzlich danken für die Realisierung dieses Films, ich habe ihn sehr positiv empfunden.“ 
Zuschauer: „Ich bin erschüttert, wie gedemütigt der Nordkoreaner dagestanden ist, ich fand es brutal.“ 
Hugo Sigrist (Regie): „Die Darsteller und Verantwortlichen haben vieles gelernt aus dem Film (...) ich selber habe die Leute lieb gewonnen.“ 
Zuschauer: „Für uns sind die Bergbauern fast exotischer als die Nordkoreaner.“ 
Zuschauer: „der interkulturelle Austausch kam gut rüber.“ 

Anita Burckhardt 


 
 
„Wir hoffen, doch noch nach Nordkorea filmen gehen zu können. Mein Traum ist es, den Film in Nordkora zu zeigen, am Filmfestival.“ Markus Baumann (Kamera)


 

 
 

Produktion und Vertrieb:
Büro für visuelle Medien – www.visuellemedien.ch

Aktuelle Infos, wo der Film läuft werden laufend auf www.agape.ch/nordkorea aktualisiert. 
 

+++ NEU +++ NEU +++
Gerade haben wir erfahren:
Das Cinéma Lenk zeigt über Ostern „Achse des Guten“!
Sa 7. 4. 15 Uhr / So 8.4. 10:30 Uhr
Cinéma Lenk
Gässli 
3775 Lenk
033 733 33 43 
Was wolltet ihr mit diesem Dokumentarfilm einfangen und zeigen?
Markus: Da man wenig weiss über Nordkorea, da wollte ich eine andere Seite zeigen als das Militärische, die Massenaufmärsche. Denn es gibt auch ganz normale Leute. Das hat mich sehr interessiert. 

Hugo: Beim realen Kontakt habe ich gemerkt, dass die Nordkoreaner Leute sind wie du und ich. Schon anders. Aber als Grundmuster Menschen wie du und ich. Das wollte ich zeigen. Und das Exotische der Bergbauern. 

Welche Schwierigkeiten ergaben sich bei der Umsetzung?
Markus: Wir bekamen nie verbindliche Zusagen von den Nordkoreanischen Behörden für den Dreh im Land. Als Folge davon gab es auch kein Geld bei den angefragten offiziellen Filmförderungsstellen in der Schweiz. 

Hugo: Das Finanzielle, daran kauen wir noch immer. Wir haben alle Ersparnisse reingesteckt in diesen Film. Noch haben wir aber keinen richtigen Lohn für unsere Arbeit bekommen.

Was waren ermutigende Erlebnisse während der Realisation?
Hugo: Für mich war es spannend in die nordkoreanische Welt reinzuschauen und auch in Welt der Bergbauern. Zu merken, was das heisst, das Leben auf der Alp. Ich habe mir immer vorgestellt, wie es wäre, wenn ein Schweizer Landwirtschaftsbeamter für vier Monate nach Nordkorea auf eine Alp geschickt würde. Auch ich habe erst mit der Zeit gemerkt, dass einige dieser Nordkoreaner Fachexperten mit einer einflussreichen Stellung sind. Bei einzelnen funktionierte das Zusammenleben mit den Schweizern besser, bei Kim Pyong Ryong, dem Hauptdarsteller im Film und seiner Gastfamilie war es eher schwierig. Aber das macht den Film sehr spannend. 

Wie hat sich euer Bild über die Menschen Nordkoreas verändert? 
Markus: Ich habe Menschen gesehen und erlebt, die für mich vorher Marionetten waren (so habe ich das bei meinem ersten Besuch 1990 in Nordkorea empfunden). Da war keine Nähe. Beim Drehen gab es Momente, wo ich den Eindruck gewann, wenn wir uns in Nordkorea wieder begegnen, dann werde ich anders angeschaut, nicht mehr als ein Tourist. 

Ihr habt gesagt, ihr hättet die Menschen lieb gewonnen?
Markus: Ich habe diese Menschen gerne bekommen. Ja das stimmt für uns beide. Das ist das was bleibt.
Hugo: Für mich ist es das, was sich verändert hat bei mir, dass die Koreaner Menschen sind, nicht „Monster“. Auch im Titel drücke ich das aus: Achse des Guten. Der ist auch mehrdeutig. Plakativ. Weder „Achse des Guten“ noch „Achse des Bösen“ ist ganz umfassend. Oder wie es der Übersetzer Herr Kim einmal sagt: „Ich bin auch nur ein Mensch. Ich habe jeden Tag Sehnsucht nach zu Hause.“ Ich glaube, die Nordkoreaner wären todunglücklich hier, trotz Wohlstand, weil ihre Lieben fehlen.
Als Langzeitperspektive, könnte man einen Nachfolgefilm drehen – das wäre sehr spannend. Wenn wir doch nach Nordkorea könnten und diese Koreaner dort besuchen und filmen könnten. 

Wovon träumt ihr?
Markus: Konkret haben wir den Film am Spiez Filmfestival eingereicht (16.-20.5.2007). Dann gab es eine Anfrage vom Alpenfilmfestival in Les Diablerets (11.-18. August 2007). Und dann sind wir mit verschiedenen Kinos in Bern und im Berner Oberland im Gespräch. Und dann natürlich Pyongyang, das Filmfestival. Das ist der grosse Traum. Das Highlight.
Hugo: Ja, und dass der Film am Fernsehen in der Schweiz und in Deutschland gezeigt wird. 
 


 
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Ausbildung im Ausland - ein wichtiges Standbein unserer Arbeit
Ein spezieller Beitrag in der Wissensvermittlung der letzten 10 Jahre war die Ausbildung von insgesamt 100 Nordkoreanern in der Schweiz, hauptsächlich im Agrarbereich.
Noch diesen Monat sollen mehrere Fachleute aus dem Bereich Futterbau eine zweiwöchige Weiterbildung in der Schweiz besuchen.
Dabei finanzieren die Koreaner die Reise selber, wir übernehmen die Organisation von Schulung über Exkursionen bis zur Unterkunft in der Schweiz.

Wir planen - Sie sind mit daran beteiligt! Danke für Ihr Mittragen, wir sind wirklich dringend auf Sie angewiesen! 


Wir sind begeistert!

Nun ist es ganz klar: Auch das vergangene Jahr 2006 können wir finanziell knapp ausgewogen abschliessen. Es ist einmal mehr ein Wunder - danke Gott! Danke Ihnen, lieber Spender, liebe Spenderin!

Damit wir aber weiter arbeiten können, brauchen wir dringend zusätzlich Hilfe. Ohne ein kleines finanzielles „Polster“ ist es sehr schwierig, die folgenden Monate zu planen. Wir wollen kein Geld ausgeben, das wir gar nicht besitzen. Vielen Dank für Ihre Mithilfe, dass wir auch weiterhin Menschen Hilfe und Hoffnung vermitteln dürfen. 


 
 
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