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Zwischenbericht November 2002

Marianne Bernhart, Fachfrau für Ziegenbesamung
Die Familienmutter wird von Ehemann und Kindern für einen zweiwöchigen Einsatz freigestellt – was daraus wurde erzählt Marianne Bernhart gleich selber:



Beeindruckende Gastfreundschaft z.B. bei Bulgogi (koreanische Spezialität)


„An meinen Einsatz denke ich sehr gerne zurück. Trotz all den vor Ort üblichen Problemen konnte ich mit den motivierten und lieben Leuten gute Arbeit leisten und ein wenig Einblick in ihr Leben in Norkorea erhalten. Das Ziel war, im Labor der Besamungsstation von Zhang Zong vier NordkoreanerInnen in der Herstellung tiefgefrorenen Spermas anzuleiten und 200 – 250 Dosen Ziegensperma herzustellen. Mit dem Fernziel, dass dieses Labor in Zukunft andere Distrikte mit Ziegensperma versorgen kann und so einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Ziegenzucht in Nordkorea leistet.“
Leider ist die Energieversorgung und der Stickstoffnachschub nach wie vor sehr, sehr schwierig. Dank des von Campus für Christus zur Verfügung gestellten Generators konnte aber trotzdem gearbeitet werden.

Endlich: Ersatzauto gefunden!



Nun ist sie wieder mobil: Marie-Anne Bühlmann


Nachdem der altbewährte Toyota Landcruiser wegen Motorenschaden ausfiel, suchten die Mitarbeiter während mehrerer Monate nach einem Ersatzfahrzeug. Die Suche dauerte so lange, da einerseits keine Autos in Nordkorea hergestellt werden und der Import kostspielig ist, andererseits weil die Fortbewegung auf den häufig unbefestigten Verkehrswegen nur mit Allrad, guter Federung und stabiler Karosserie einigermassen komfortabel ist. Vor wenigen Wochen erhielt das Projektteam nun ein fast neues Gefährt einer Hilfsorganisation, die Nordkorea im Sommer verlassen hatte.

Warum stabile Autos wichtig sind



Die Folgen einer kurzen Unachtsamkeit

Die sehr langen Autofahrten von und zu den Projektstandorten führen oft über holprige, unbe-festigte Wege. Und auch die ausgebauten Strassen bergen Gefahren: Lücken zwischen den Betonplatten, badewannengrosse Schlaglöcher ... Da die Mitarbeiter von Gesetzes wegen ausserhalb der Hauptstadt nicht selber lenken dürfen ergeben sich für den offiziellen Fahrer ermüdende Strecken.
Blieb das Team bisher vor schweren Unfällen (abgesehen von platten Reifen und Ähnlichem) verschont, traf es Heinz Müller, Agronom, als er für die DEZA unterwegs war: In einer Kurve geriet sein Auto über den Rand hinaus, überschlug sich mehrfach, bis es auf der Seite liegen blieb. Wunderbarerweise konnten die koreanischen Begleiter und Fahrer unverletzt aussteigen, Heinz Müller kam mit einem doppelten Schlüsselbeinbruch davon. Zustand des Autos: Totalschaden.

Neu! Neu! Neu!
Seit kurzem haben wir einen aktualisierten Projektprospekt – zu ihrer Information oder zum Weitergeben. Sie können ungeniert Exemplare bestellen.




Ausblick 2003
Wir wollen bewusst am Schwerpunkt der Wissensvermittlung festhalten. Darum konzentrieren wir uns auf Experteneinsätze, sei es, dass Schweizer nach Nordkorea reisen, sei es, dass Nordkoreaner zur Ausbildung in unser Land kommen. Material wie Milchkannen, Dünger oder Reinigungsmittel werden nur zur Verfügung gestellt, wo sie nicht sonstwie beschafft werden können. So gibt es für das Projektjahr 2003 zwei „Wunschlisten“: Die Materialliste und die Menschenliste. Erstere enthält Dinge, die nicht oder nicht mehr in Nordkorea produziert werden: Die Bergregion Bjong Pun Dok benötigt mehr Dünger um die mageren Böden aufzuwerten, verschiedene Molkereien haben kaum adäquates Reinigungsmittel, an verschiedenen Standorten sind die Ziegen von Würmern geplagt und brauchen Medikamente. Zäan würde effektiver arbeiten, wenn sie zur Saatguttrocknung ein Gebläse benutzen könnten, ein Standort wäre froh um einen Einachstraktor ...Die zweite Wunschliste betrifft die Einsätze von Fachexperten, seien es Käser, Agronomen oder Ledergerber in Nordkorea, oder die Ausbildung von nordkoreanischen Praktikanten auf berneroberländer Bauernhöfen. Gerne möchten wir auch einer Gruppe von Veterinären die Weiterbildung in der Schweiz ermöglichen.Auch besteht die Möglichkeit, in Hungsan (an der Ostküste Nordkoreas) einen weiteren Musterbetrieb aufzubauen.
Von oben nach unten: Ziegenhirtin am Melken / Erfassung Zuchtbuch / Käse in verschiedenem Reifestadium
Ehe die nächsten Schritte definitiv festgelegt werden, muss die Finanzierung gesichert sein. Das Entwicklungshilfeprojekt von Campus für Christus hat sich verpflichtet, nur Geld auszugeben, das wirklich zur Verfügung steht. Konkret bedeutet dies, das bis Januar 2003 der grösste Teil der benötigten Gelder bereitstehen muss. Und hier sind nun Sie, liebe Leserin, lieber Leser herausgefordert! Danke für jeden finanziellen Beitrag, den Sie uns bis Ende Jahr schenken. Es ist uns eine sehr grosse Hilfe, das Geplante auch wirklich umsetzen zu dürfen.



Wir sind überzeugt, dass Ihre Gaben gut angelegt sind, weil sie Menschen ermutigen, die schon Jahre um ihren Lebensunterhalt kämpfen. Weil sie durch unsere Anwesenheit im Land vermitteln, dass es Hoffnung gibt. Die Medienberichte über Nordkorea zeigen, dass etwas in Bewegung gekommen ist. Wir wollen mit einem „langen Atem“ im Land bleiben – vielleicht dauert es noch eine Weile, bis es allen Menschen besser geht, aber wir wollen „dran“ bleiben. Bleiben Sie mit uns dran?



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Frühere Ausgaben:
2002:
September 2002 / Juni 2002 / März 2002 / Januar 2002
2001:
Januar 2001 / März 2001 / Juni 2001 / August 2001 / November 2001