Aktuell
      mehr
Hintergrund
Projekte
Ausbildung
Standorte
Ihre Spende
Partner
Links
Medien

herzensangelegenheit Nordkorea Sept 2005 English

 


Die Freude der Kinder ist gross! 

Projektarbeit einmal ganz anders:

Möchtest du einen Bär oder lieber ein Autöli?“ Auf so eine Frage konnten mir die koreanischen Kinder keine Antwort geben. Alle Spielsachen bestaunten sie mit grossen Augen. Und für jedes Geschenk erhielt ich ein höfliches „komapsumnida“ mit einer Verbeugung.
Nach der Verteilung durften die Kinder dann im Schulhof spielen, und da habe ich gesehen, dass sie wirklich Freude an den Spielsachen aus der Schweiz haben. Fünf Kisten mit Plüschbären, Puppen, Kinderbüchern, Autos, Holzspielsachen und Kinderkleidern durfte ich im Norden Koreas im Kindergarten von Namsang verteilen. Die Sachen wurden vor einem Jahr in der Schweiz gesammelt. Danke allen Spenderinnen und Spendern!

Für die Übergabe hatten sich alle – die Kindergärtnerinnen und ihre 3- bis 5 –jährigen Schützlinge – festlich herausgeputzt. Begrüsst wurden wir mit einem Lied und Blumen. Es ist faszinierend, wie schon die kleinen Kinder die weichen Tanzbewegungen beherrschen. Nachher führten die Kinder einen kleinen Wettkampf um einen Ball für uns auf. Schliesslich durfte ich hautnah erleben, wie die koreanischen Kinder lernen, in Reih und Glied einzustehen und abzumarschieren.
Der Kindergarten unterscheidet sich sehr von einem Kindergarten, wie ich ihn aus der Schweiz kenne! Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, den Kindern Spielsachen und damit auch ein bisschen unbeschwerte Zeit bringen zu dürfen.“

Katja Schaffer, Pjöngjang 

Nicht unsere Hauptaufgabe - aber etwas, was Herzen erfreut: Spielsachen verteilen ...

 
 
Liebe Leserin, lieber Leser
Helfen Sie uns?

Bald sind es 10 Jahre her, seit wir uns in Nordkorea zu engagieren begonnen haben. Aus kleinen Anfängen ist ein breit anerkanntes Projekt entstanden. Wir wissen die gute Zusammenarbeit mit unseren koreanischen Partnern zu schätzen - und in all der Zeit sind Sie daran mitbeteiligt gewesen!

Unzählige Menschen wie Sie haben uns in vielerlei Hinsicht unterstützt in unseren Bemühungen, der Bevölkerung ein breiteres Nahrungsmittelangebot zu ermöglichen, Mut und Hoffnung zu vermitteln. Danke vielmals für Ihr Vertrauen in uns! 
Vieles hat sich seither zu verändern begonnen. Es sind kleine Schritte. Noch ist es nicht so weit, dass wir uns zurückziehen könnten. Wir sehen noch viel Schulungsbedarf, die Nahrungsmittelversorgung bleibt schwierig. Wir sehen es als unsere Aufgabe, weiterhin dran zu bleiben - solange sich auf dem politischen Parkett nichts Wesentliches tut, bleibt es unsere Aufgabe, den Menschen zu dienen, die unsere Hilfe am meisten brauchen. 

Wir merken aber auch, dass die Bereitschaft, ein Projekt über längere Zeit zu finanzieren abnimmt. Es scheint sich ja in Nordkorea nur wenig zu verändern - aber für die einzelnen betroffenen Menschen machen wir einen Unterschied!
Darum bitte ich Sie, uns weiterhin darin zu unterstützen. Danke für Ihre Hilfe!

Anita Burckhardt
Fundraising für Nordkorea


 
 
+++ AKTUELLES +++ AKTUELLES +++ AKTUELLES +++ AKTUELLES +++
Knowhow-Transfer
Alle Standorte werden den Sommer hindurch mehrfach besucht, nach Bedarf lassen sich Käserinnen wie Tierzüchter beraten in Tiergesundheit, Futterkonservierung und Milchverarbeitung.
Neue Milchverarbeitungszentren
Zwei neue Standorte, einmal in Bubang an der Ostküste und einmal im Auftrag der DEZA ganz im Norden, in Dähongdan, werden mit Molkereianlagen ausgerüstet und die lokalen Mitarbeiter ausgebildet für ihre ersten Versuche in der Milchverarbeitung.
Praktikanten in der Schweiz
Zusätzlich weilen 10 nordkoreanische Praktikanten in der Schweiz zur viermonatigen Ausbildung auf Bergbauernhöfen im Lugnez und Berner Oberland.


Die Käsermeisterin Géraldine Schüpbach verbrachte drei anstrengende Wochen ganz im Norden des Landes, ohne jedwelche Kommunikationsmöglichkeit mit dem Schweizer Büro, ohne abendlichen Disco-Besuch, drei Tagereisen entfernt von Pjöngjang - dafür in nächster Nähe des legendären Päkdu-Berges. Sie schreibt nach ihrer Rückkehr:

Vielen Dank für das Super-Erlebnis, das ich hier in Korea haben darf! Ja, diese 19 Tage in Dähongdan waren sehr erfolgreich – beruflich wie persönlich. Natürlich hat nicht alles sofort geklappt, als ich am Samstag in die Käserei kam war noch nichts da ... Kein Podest für den Kessel, einfach nichts ... Sie haben auf meine Ankunft gewartet – entgegen den Abmachungen, was mich schon sehr ärgerte. Aber schlussendlich zählt das Endresultat: vor meiner Abfahrt konnten wir doch viermal produzieren (sowohl Käse wie Joghurt). Ich bin zuversichtlich, dass es dort gut weiter gehen wird. Die Käserinnen sind sehr motiviert, ebenfalls die Kader der Stadt.“ ?

Dieses Mädchen kommt nun in den Genuss von Joghurt!


Im April trifft die Agronomin Katja Schaffer in Nordkorea ein, kurz darauf folgt ihr die Käsermeisterin Géraldine Schüpbach. Ein Gespräch über ihre ersten Eindrücke:

Katja Schaffer: Auf dem Weg vom Flughafen zu meinem neuen Zuhause in Pjöngjang habe ich gestaunt: Ich habe mindestens 15 Polstergruppen gesehen, welche von Koreanerinnen auf kleinen Wägelchen durch die Strassen gezogen wurden! Dass dies gleich eine der grössten Herausforderungen Nordkoreas zeigt, ist mir einige Tage später bewusst geworden. Effiziente Transportmittel fehlen an allen Ecken und Enden und schränken so die wirtschaftliche Entwicklung stark ein. Was ist bei dir vom ersten Tag hängen geblieben, Géraldine?

Ein Sofa wird nach Hause transportiert.

Géraldine Schüpbach: Ich war überrascht vom guten Komfort, den ich in unserer Wohnung angetroffen habe. Die Dusche funktioniert, meistens kommt Wasser. Ich hatte mir die Stadt ganz anders vorgestellt, viel ärmer. Natürlich sind die Leute arm, aber auf den ersten Blick und in den grossen Strassen Pjöngjangs ist die Armut nicht unbedingt sichtbar. Und die Leute achten sehr darauf, sich schick und sauber anzuziehen.

Katja: Ja genau, ich war auf jeden Fall auch froh, dass ich vor meiner Einreise noch ein paar Kurzarmblusen gekauft hatte! Ich versuche, mich mehr oder weniger entsprechend den Gewohnheiten im Land zu kleiden. Obwohl mir das besonders jetzt, wo es heiss ist, schwer fällt ... Shorts und ärmellose T-Shirts tragen die Koreanerinnen nicht. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass Ausländer sich mehr oder weniger benehmen können, wie sie wollen. Fauxpas werden einfach unter „Ausländer“ abgebucht. Wir sind sowieso Fremdkörper, und das bekommen wir auch oft zu spüren. Wie erlebst du die Beziehungen zu den Leuten?

Géraldine: Die Koreaner in unserem Team sind sehr freundlich und hilfsbereit. Ich merke aber, dass sie Vieles vor uns verstecken (müssen). Von ihren Gefühlen reden sie nie. Irgendwie ist da immer eine Wand zwischen uns, obwohl wir ja sehr viel Zeit miteinander verbringen. Gespräche bleiben einfach immer an dem Punkt stehen, wo es zu persönlich wird.
Ziemlich Mühe hatte ich am Anfang auch, dass einigen Koreanern eine schweizerische Eigenschaft fehlt, Pünktlichkeit.

Katja: Und ich tat mich schwer mit der koreanischen Art der Gastfreundschaft: Die Gäste sollen viel essen. Auf unseren Standorten decken die Frauen drei Mal täglich den Tisch reich. Der Dorfchef fordert mich während des Essens immer wieder auf, mehr zu essen. Ich muss oft wiederholen, dass es sehr fein sei, ich aber schon mehr als genug gegessen hätte. Manchmal vergeht mir auch der Appetit beim Anblick der vielen Speisen und beim Gedanken daran, dass in diesem Land viele Menschen sehr wenig zu essen haben. Gastfreundschaft heisst hier, dem Gast das Beste reichlich anzubieten.

Géraldine: Ja, das ging mir auch so. Trotzdem habe ich die Zeit hier als sehr wertvoll erlebt. Sehr schön war für mich, Gottes Nähe intensiv zu spüren. Daraus schöpfte ich Kraft und Zuversicht?

Zur Abwechslung gibts heute Muscheln und Sushi - mmh!



 
 
Das geschieht durch Ihre Spende:

Sicherung der erfolgreichen Projektweiterführung: Nach bald 10 Jahren Engagement wäre es schade, radikal zurückstecken zu müssen.
Die Tierzuchtexpertin berät vor Ort, was bei Ziegenkrankheiten zu tun ist: Ein Tag kostet rund 180 Franken (Flug, Versicherung, Lohn etc. anteilsmässig). Wirkungsvolle Hilfe zur Selbsthilfe.
10 nordkoreanische Agronomen  sehen mit eigenen Augen, wie Schweizer Berglandwirtschaft funktioniert. Der Blick aus Nordkorea hinaus ist sehr wertvoll!
Ein Milchtransportauto (Occasion) à 8‘000 Franken  bringt aus weit entfernten Ställen die Milch zur zentralen Verarbeitung. Nur so wird die Milchverarbeitungsanlage wirklich voll genutzt.

... und vieles mehr!

Online spenden
 

Abonnieren Sie die herzensangelegenheiten Nordkorea und lassen Sie sich regelmässig über den Projektverlauf informieren.

Unterstützen Sie das Projekt finanziell: Neu: Online spenden oder Einzahlungsscheine anfordern .

Mehr Infos bei den frühere Ausgaben