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Aktuelle Informationen zum Projektverlauf Deutsch

 
Zwischenbericht März 2001

Zwölf Meter-Container nach Nordkorea verschifft

Anfang Februar hat das Frachtschiff mit einem Container von Campus für Christus den Hafen von Hamburg verlassen. Die Ladung dringend benötigter Waren sollte nun, hoffentlich unversehrt und pünktlich bis spätestens Anfang April in Pjöngjang eintreffen. Dann werden die Projektleiter Jürg und Marie-Anne Bühlmann wieder in Nordkorea sein und die Fracht zur Verteilung in Empfang nehmen. Dies bietet Gewähr, dass die Waren wirklich an ihren Bestimmungsort gelangen, und nicht "irgendwo" verschwinden. Dank zahlreicher Spenden, die im Rahmen der Weihnachtsaktion eintrafen, können die benötigten Regenschütze, die Handmotormäher und ein erster Teil des Saatguts verschickt werden. Schuhe, Generator sowie die Milchkübel werden bestellt und im Lauf dieses Jahres geliefert.

Unter anderem reist eine einfache, aber effiziente Käserei-Ausstattung mit, die an einem neueren Projektstandort, in Zhang Zong Ri, eingesetzt werden soll. Der Käsermeister Urs Pfister wird sie dort gemeinsam mit den Koreanern aufbauen und diese bei der Inbetriebnahme unterstützen. So kann ein weiterer Teil der unter Mangelernährung leidenden nordkoreanischen Bevölkerung mit lebensnotwendigen Milchprodukten versorgt werden.
 

Zhang Zong Ri


Umgebung von Zhang Zong (April 2000). Da die Regenzeit erst Mitte Juli einsetzt, ist die Landschaft noch sehr braun und trocken.

Zhang Zong ist eine sehr initiative Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG). Aus eigenem Antrieb haben sie eine Käserei gebaut und Versuche in der Milchverarbeitung unternommen. Durch diese Eigeninitiative beeindruckt hat Campus für Christus angefangen, die Verantwortlichen von Zhang Zong im Schulungszentrum Kubin zu schulen. Zusätzlich wurden Stammkulturen für die Joghurt- und Käseproduktion an die LPG geliefert. Ab Som-mer 2000 folgten auch Schulungen über das Einfrieren von Ziegensperma in flüssigem Stickstoff. Durch Schweizer Ziegensperma soll eine Nukleusherde gebildet werden um weitere LPGs mit gutem Ziegensperma zu beliefern.


Mit Ihrer Hilfe können die selbständigen Startversuche mit Käsen unterstützt werden. Das neue Gebäude ist unterdessen bereit für die neue Anlage aus der Schweiz.

Marie-Anne und Jürg Bühlmann wagen es erneut
Das Projektleiter-Ehepaar Jürg und Marie-Anne Bühlmann verlässt die Schweiz am 17. März für einen weiteren mehrmonatigen Aufenthalt in Nordkorea. Sie werden wieder hauptsächlich in der Hauptstadt Pjöngjang wohnen und von dort die verschiedenen Standorte besuchen. Ihre Hauptaufgabe wird sein, die verschiedenen Einsätze der Landwirtschaftsexperten zu koordinieren, die Umsetzung der Projektziele in Zusammenarbeit mit dem nordkoreanischen Landwirtschaftsministerium vor Ort zu überwachen und die Verbindung mit dem Büro in der Schweiz zu gewährleisten.
Ihre erste grosse logistische "Knacknuss" wird die Verteilung der grossen Frachtlieferung sein: Da in Nordkorea Transportmittel für einen zwölf Meter langen Container fehlen, muss dieser im Hafen entladen werden und auf verschiedene Lastwagen an die entsprechenden Orte gefahren werden. Benzin wie Lastwagen sind Mangelware, was das Ganze zusätzlich erschwert.

Geplant für April und Mai: Käsermeister Urs Pfister im Einsatz
Anfang April reist Urs Pfister erneut ins Land um die Installation einer einfachen aber zweckmässigen Käserei in Zhang Zong Ri (siehe Artikel oben) durchzuführen. In Kubin werden die letzten Teile der dortigen Käserei fertiggestellt. Verschiedenste Schulungen der örtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind geplant, damit der Betrieb dann mehrheitlich autonom erfolgen kann.
 

BSE-Rindfleisch für das hungernde Nordkorea?
Der Schweizer Rindfleischmarkt ist aufgrund der BSE-Krise zusammengebrochen. Viele Menschen wagen es nicht mehr, Rindfleisch zu kaufen, aus Angst, krank zu werden. In den Kühlhäusern stapeln sich Tonnen (!) von tadellosem Fleisch. Wohlverstanden, es ist kein mit BSE kontaminiertes Fleisch! Das DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit) plant nun, eine grössere Menge Fleisch als Nahrungsmittelhilfe nach Nordkorea zu schicken. Dieses qualitativ gute Fleisch ist in der Schweiz überflüssig, kann aber, gerade nach dem sehr strengen Winter vielen nordkoreanischen Menschen helfen. Der Transport und die Verteilung müssen bald geschehen, solange es auch in Asien noch kalt ist. Im Land gibt es keine Kühl-transporter und das gefrorene Fleisch taut ohne Kühlung rasch auf und wird in kurzer Zeit un-geniessbar. Das DEZA steht vor einer grossen logistischen Herausforderung. In Leserbriefen der Tageszeitungen tauchten auch kritische Fragen auf nach dem Sinn und der Durchführbarkeit einer solchen Nahrungsmittellieferung. Hilfsgüter bisheriger Lieferungen seien nicht an die wirklich bedürftigen Menschen gelangt, seien dem Militär abgegeben worden oder auf Märkten verkauft worden. Dies ist eine berechtigte Sorge. Die Nahrungsmittelversorgung Nordkoreas ist jedoch für alle Teile der Bevölkerung, also auch für die Menschen im Militär (jeder Nordkoreaner ist während sieben Jahren im Militär) äusserst desolat. Kaum jemand kann täglich drei Mal genügend essen. Fleisch schon gar nicht. Die Regierung Nordkoreas trägt eine grosse Verantwortung bei der Verteilung von Essen.
 

Der neue Vertrag ist bereit!
Jedes Jahr wird zwischen der Botschaft der Nordkoreanischen Regierung in der Schweiz und Campus für Christus ein Zusammenarbeitsvertrag erstellt. Darin werden konkrete Ziele für das Projektjahr festgehalten. Im Januar haben sich dazu Jürg und Marie-Anne Bühlmann und Stefan Burckhardt mit Botschaftsrat Pak getroffen und die Inhalte festgelegt.


v.l.n.r. Jürg Bühlmann, Botschaftsrat Pak, Marie-Anne Bühlmann

Früher Infos in den Nordkorea News Januar 2001

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