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Aktuelle Informationen zum Projektverlauf Deutsch

 
Zwischenbericht November 2001

Alle Hilfslieferungen erfolgreich verteilt:

Sofortige Überbrückungshilfe von 20 Tonnen Mais

In Zusammenarbeit mit Campus für Christus Singapur wurden die Maissäcke mit dem Hinweis bedruckt, dass dies ein Geschenk von Christen sei.Die im Sommer aufgrund der kritischen Nahrungsmittelsituation aufgenommene Planung für die Sofortlieferung von Mais für die Überbrückung der Zeit bis zur Herbsternte konnte Mitte September erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Zuteilung auf die Standorte wurde zusammen mit dem Landwirtschafts-Ministerium festgelegt. Einerseits wurde die Bevölkerungszahl berücksichtigt, aber noch mehr die aktuelle Situation der Orte punkto Selbstversorgung. Obschon der gebirgige Standort Byong Pun Dok nur 400 Einwohner hat, bekamen sie sechs Tonnen, da in diesem Gebiet sehr wenig Mais und Reis angepflanzt werden kann und der grösste Teil aus dem Kreis mit dem Lkw angeliefert werden muss. Die Eigenversorgung ist sehr gering. Sie sind fast ausschliesslich auf die staatliche Zuteilung angewiesen. Zudem erhielten die Orte Unzong und Zhang Zong Ri je acht, respektive sechs Tonnen Mais. Das Getreide wurde von Jürg und Marie-Anne Bühlmann und Daniel Gerster persönlich übergeben.

Das Landwirtschafts-Ministerium versicherte, dass die Hilfslieferung als zusätzliche Nahrung an die Bevölkerung verteilt wird, und dadurch keine Kürzung der staatlichen Zuteilung erfolgt.
 

Humedica spendet Tonnen von Kindernahrung


Ablieferung von Hilfsgütern im Dorf Unzong. Die Leiterin Frau Kim Ok Sun freut sich über Kindernahrung, Schuhe, Mais und medizinisches Material

Agronom Daniel Gerster berichtet:
Die vergangene Woche haben wir einen 12 Meter langen Seecontainer bis zur Decke gefüllt mit Babynahrung und Medikamenten einer Hilfsorganisation aus Deutschland erhalten. Jürg Bühlmann hat mit den Koreanern die Verteilung gut geplant. Doch werden solche Pläne oft in letzter Minute noch geändert, was unsere Geduld und Nerven stark prüft. Ich habe mit meinem koreanischen Team Waren im Norden verteilt, Marie-Anne und Jürg Bühlmann waren zusammen mit Koreanern und mit Hermann Schäffler, dem Vertreter von humedica von Deutschland, der extra für die Verteilung nach Korea reiste, mehr im Süden unterwegs. Somit konnten wir schlussendlich alles in kurzer Zeit an die Leute verteilen, auch wenn die Schachteln teilweise mehrmals umgeladen werden mussten. So sind wir im Moment alle müde.

Jürg und Marie-Anne Bühlmann, Projektleiter vor Ort:
An allen Orten waren die Empfänger sehr glücklich über den Mais, die Kindernahrung, Medikamente und Schuhe. Das stärkt uns immer wieder in unserer Aufgabe, zu sehen wie die Menschen mit leuchtenden Augen die Hilfsgüter in Empfang nehmen. Das lässt die Mühen (und manchmal auch Ärger) und den Schweiss der Vorbereitungen rasch vergessen. Durch die schwierige organisatorische Situation beim Verteilen, mussten wir z.B. die 20 Tonnen Kindernahrung und Medikamente mehrmals in die Hände nehmen. Unsere an Büroarbeit gewohnten Muskeln spürten wir noch einige Tage später. Schlussendlich konnten sämtliche Hilfsgüter planmässig an ihren Bestimmungsorten abgeliefert werden.
 

Verteilung fester Schuhe und Pellerinen

Die Pellerinen wurden bei regulären Besuchen schon im Mai auf die Standorten gebracht. Während der Regenzeit standen sie somit zur Verfügung.
Die Schuhe wurden dann in der ersten Hälfte September zusammen mit der humedica Hilfslieferung an die Standorte verteilt. So erreichten auch die Schuhe die Hirtinnen rechtzeitig auf die kältere Jahreszeit.


Total konnten 387 Paar Schuhe und 400 Pellerinen abgegeben werden

Milchverarbeitung multipliziert sich
In einer weit entlegenen Brigade (Arbeitsgruppe) in der Umgebung von Kubin haben die Koreaner ohne unser Wissen und Zutun eine Art Milchverarbeitungsfiliale gebaut. Sie ist sehr einfach, aber absolut brauchbar. Im Tal von Kubin sind drei weitere Anlagen in Betrieb genommen worden, mit einer Tagesleistung von je ca. 400 kg. Im Kreis Tschongpjong gibt es 40 Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften, davon wurden in 12 Orten Milchverarbeitungsbetriebe installiert und Joghurt produziert. Ca. 26'000 Menschen habe an diesen neuen Orten nun Zugang zu Joghurt. Dies bedeutet, dass die erträumte Multiplikation begonnen hat!

Damit erfüllt sich der nächste Schritt des Zusammenarbeitsprojektes: Das vermittelte Wissen soll weitergegeben werden an andere Orte (Dörfer, Kooperativen), die dann selbständig eigene Milchverarbeitungsbetriebe aufbauen (Level 2). Der "Musterstandort" (Level 1) wird weiterhin von Fachleuten von Campus für Christus betreut und unterstützt, bei speziellem Bedarf stehen sie auch den neuen Standorten zur Verfügung - das Ziel bleibt aber, dass diese sich die benötigte Hilfe von der "Musterkäserei" holen.


Mitarbeiterinnen in der Käserei von Kubin (Level 1)

Ein weiterer Schritt soll in den nächsten Monaten verwirklicht werden: Neben der Joghurtproduktion in kleineren und grösseren Milchverarbeitungszentren wird jede einzelne Familie (Level 3) lernen, wie sie selber zu Hause Joghurt herstellen können. Somit kann noch verstärkt die Eigenversorgung sicher gestellt werden.

Bei einem Besuch im Dorf Hyangsan wurden Jürg und Marie-Anne Bühlmann eine Familie vorgestellt, die dies schon umzusetzen versuchen


Multiplikation: Auch diese LPG (Level 2) und diese Familile (Level 3) in Hyangsan produziert in ihrer eigenen Küche Joghurt

Wie geht es weiter?

Die Projektplanung für 2002 und die nächsten fünf Jahre läuft auf vollen Touren, nach intensiven Gesprächen mit den Verantwortlichen in Nordkorea stehen nun Treffen mit der nordkoreanischen Botschaft in der Schweiz auf dem Programm.
Bevor die nächsten Schritte definitiv festgelegt werden, muss auch die Finanzierung sicher gestellt sein. Konkret heisst dies, dass bis im Januar mindestens 50 % der benötigten Gelder bereitstehen müssen. Campus für Christus hat sich verpflichtet, nur Geld auszugeben, dass wirklich zur Verfügung steht. Und hier sind nun Sie, liebe Leser und Leserinnen herausgefordert.

Danke für jeden finanziellen Beitrag. Es ist uns eine sehr grosse Hilfe, Geplantes dann auch wirklich umsetzen zu dürfen. Die Anwesenheit von Christen, die unkompliziert Hilfe leisten und mit Rat und Tat Unterstützung bieten ist im Moment fast die einzige Möglichkeit, den Menschen in diesem Land Hoffnung zu vermitteln.
 
 

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Frühere Ausgaben: Januar 2001 / März 2001 / Juni 2001 / August 2001
 

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