William wollte eigentlich nach Lomerio, aber der Benzinmangel in Bolivien macht Reisen unmöglich. Also sitzt William statt im Auto im eigenen Garten in Santa Cruz. Er beobachtet die Bienen und beschliesst mehr über sie zu erfahren.
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Benzinmangel und das Verbot, Treibstoff in Kanistern mitzuführen, vereitelten mehrfach die Reise ins 250 Kilometer entfernte Lomerio. Ich nutzte die Zeit, um mehr über kleine, fleissige Insekten zu erfahren, die sich in unserem Innenhof – mitten in der Stadt Santa Cruz – angesiedelt hatten: die einheimische Biene Tetragonisca angustula. Wir nennen sie auch «Señorita» (Fräulein) oder «Angelito» (Engelchen), weil sie keinen Stachel hat und sehr klein ist, gerade einmal 4-5mm lang.
Honigproduktion
Das Fehlen eines Stachels macht den Umgang mit diesen Bienen besonders einfach. Ihr Honig wird nicht nur als Nahrungsmittel geschätzt, sondern findet auch in der traditionellen Medizin Verwendung – insbesondere zur Behandlung von Augeninfektionen.
Natürlich war ich daran interessiert, diesen köstlichen Honig zu gewinnen. Vor allem aber wollte ich lernen, wie man die Bienenstöcke zum richtigen Zeitpunkt teilt und vermehrt. Videos und Artikel im Internet berichten, dass diese Bienenart ein- bis zweimal im Jahr eine Königin hervorbringt, die später einen neuen Bienenstock gründet.
Als ich zur angegebenen Zeit in zwei unserer drei Bienenstöcke je eine junge Königin fand, gelang es mir, zusammen mit einem Teil des Nests diese in neue Bienenhäuschen umsiedeln und so neue Kolonien zu starten.
Multiplikation
Das Gelernte gab ich unseren lokalen Projektbetreuern weiter. In den ländlichen Gegenden sind die «Señoritas» ebenfalls weit verbreitet. Das Problem ist, dass die Bienennester oft zerstört werden, um den Honig zu ernten. Ignacio Garcia war begeistert, als er erfuhr, dass durch fachgerechten Umgang die Bienenkolonien nicht nur erhalten, sondern sogar vermehrt werden können.
Bei der nächsten Gelegenheit besuchte mich Ignacio, um sich die Bienenkolonien vor Ort anzusehen und Material für die ersten Bienenhäuschen in Lomerio mitzunehmen. Zu Hause siedelte er als Erstes ein Volk um, das vor seinem Haus in einem alten Baumstamm wohnte. Bald werden die Königinnen gross genug sein, um dieses Nest zu teilen. Bald gibt es in Lomerio mehr Bienenvölker und damit mehr Honig. Ein neues Projekt zur Dorfentwicklung ist geboren!
Mehr zum Engagement von Agape international in Bolivien liest du hier:


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