«Vielen Dank, dass du auf mich zugekommen bist und mit mir gesprochen hast.» Passantin in Montreux
Seraina erzählt: «Noch bevor unser Einsatztag endete, wusste ich: Zu dieser jungen Frau, die neben dem Stein sitzt, müssen wir noch gehen. Wir waren zu zweit unterwegs und im Rahmen einer Einsatzwoche sprachen wir Touristen in Montreux an. Wir kamen mit der Frau ins Gespräch und erfuhren, dass sie aus Frankreich kommt, hier jobbt, marokkanische und italienische Wurzeln hat und gerne Model werden möchte. Ich fragte, ob wir für sie im Namen Jesu beten dürften. Darauf erwiderte sie, sie sei Muslima und glaube wohl etwas anderes als wir. So kamen wir dann ins Gespräch über den Glauben an Jesus Christus. Während des Gesprächs stellte sie viele Fragen, die sie zum Christentum hatte. Wir zitierten Bibelstellen, erzählten aber auch von persönlichen Erlebnissen. Am Schluss erklärte ich ihr das Evangelium noch anhand der vier Symbole von THE FOUR. Ich schenkte ihr das Armband und die Erklärbroschüre. Sofort zog sie das Armband an und war mega happy. Danach fragte sie uns, wieso wir denn genau sie angesprochen hätten. Sie sei gerade auf der Suche nach der Wahrheit und wolle die verschiedenen Religionen kennenlernen. Und dann kamen wir. Das hat sie sichtlich berührt.»
Seraina war Teil eines internationalen Einsatzteams «Salam Alaikum» in Montreux, ein Einsatz von Agape international, einem Team aus dem Nahen Osten und Campus für Christus in der Romandie. Auf der Seepromenade kamen sie mit Touristen ins Gespräch. Seit Jahren finden diese Einsätze im Sommer in Genf und Montreux statt.
Anja wohnt mit ihrem Ehemann im Zürcher Oberland. Am 1. Oktober hat sie innerhalb von Campus für Christus von THE FOUR zu Agape international gewechselt. Ausserdem gibt sie Gesangsunterricht und absolviert eine Weiterbildung als Traumaberaterin.
Wie war dein Weg zu Campus für Christus, respektive zu THE FOUR?
Vor meiner Arbeit bei Campus für Christus war ich mit dem Verein «Fingerprint» unterwegs. Wir haben bei Einsätzen den Menschen von Jesus Christus erzählt und ich wohnte in einer Wohngemeinschaft mit einer Notschlafstelle. Auf ehrenamtlicher Basis habe ich mich in der Gemeinschaft engagiert. Das gab mir die Möglichkeit, beim PraiseCamp mitzuhelfen. Dort lernte ich Manuel «Mäne» Leiser kennen, den Leiter von THE FOUR – einem Ministry von Campus für Christus. Nach dem Camp fragte er mich, ob ich Mitarbeiterin bei THE FOUR werden wolle. Meine erste Reaktion war ein klares Nein. Einen missionarischen Lebensstil konnte ich mir vorstellen. Die Arbeit von Campus für Christus kannte ich schon lange und fand sie gut und wichtig. Aber ich wusste auch, dass ich da viel im Büro sein würde. Ich bin lieber auf den Beinen als am Bürotisch. Vor dem Computer sitzen? Nichts für mich.Â
Aber wie man das so macht, sagte ich Mäne, dass ich seine Anfrage prüfen würde. In dieser «Prüfungszeit» stupste mich Gott mit einem Vers aus Jesaja an: «Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?» (Jesaja 43,19) Kurz zuvor war ich bei der Wohngemeinschaft aus- und bei meinen Eltern wieder eingezogen. Ich hatte ein paar Schauspielprojekte und jobbte im Krankenhaus. Mein Leben war im Umbruch. Und meine Bibel App zeigte mir den Vers aus Jesaja an – jeden Tag aufs Neue. Es war ein technischer Fehler, der mir während Wochen den gleichen Tagesvers anzeigte. Da wurde mir klar: THE FOUR ist dieses Neue, von dem Gott sprach.Â
Was hast du bei THE FOUR gemacht? Warst du so viel auf den Beinen, wie du es wolltest?
Es war geplant, dass ich zwei Wochen vor meinem Arbeitsstart am Reach Mallorca Einsatz auf der Partymeile am Ballermann teilnehme. Doch wegen der Covid Pandemie mussten wir den Einsatz absagen. Ich sass im Homeoffice fest. Von Beginn weg war ich für verschiedene Büroarbeiten zuständig. Die Einarbeitungsphase war für mich herausfordernd. Vorher war ich nie im Büro und sass nun alleine vor dem Computer. Doch nach dieser Zeit fanden wieder Projekte und Camps statt, die sich ausserhalb der Bürowände abspielten. Zum Beispiel das erste Reach Mallorca Camp, bei dem ich den Worship übernahm.Â
Wenn nun jemand überhaupt keine Ahnung hat, was Reach Mallorca ist, wie würdest du das beschreiben?
Reach Mallorca ist ein Camp, welches THE FOUR mit zwei weiteren Organisationen aus Deutschland durchführt. Ein Ziel des Camps ist, den Teilnehmenden einen Einsatz zu ermöglichen, der ihren persönlichen Glauben stärkt. Daraus soll Motivation entstehen, weitere Menschen zu erreichen. Das ist das zweite Ziel von Reach Mallorca: Jesus bekannt machen. Die zwei deutschen Organisationen haben Reach Mallorca vor einigen Jahren gestartet, weil die Insel bei Deutschen so beliebt ist. Es braucht keine Fremdsprachenkenntnisse, um Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Der Einsatz findet im Sommer statt. Da treffen wir die (Party-) Touristen, suchen das Gespräch mit ihnen und feieren Strandgottesdienste.
Die Touristen sind wahrscheinlich offener und entspannter, weil sie in den Ferien sind?
Ja, das stimmt. Gespräche können sich locker entwickeln. Zuerst kamen 70 Teilnehmende zum Einsatz, inzwischen sind es 350 und nächstes Jahr sollen 500 Einsatzteilnehmende auf die Insel kommen. Hauptsächlich sind wir am Ballermann unterwegs, aber auch an anderen Stränden, wie in Magaluf, wo viele Briten feiern. Inzwischen gibt es auch Reach Lloret de Mar, Reach Cancun und nächstes Jahr Reach Phuket. Immer mit dem Ziel, Partytouristen zu erreichen und ihnen von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen.Â
Ich spüre eine grosse Begeisterung für deine Arbeit bei THE FOUR. Da stellt sich unweigerlich die Frage, warum du denn zu Agape international wechselst?
Ich habe bei der Betrachtung meines Lebens gemerkt, dass viel los ist. Ich habe mein Engagement im Bereich Gesang und Schauspiel reduziert. Aber das hat leider keine grosse Veränderung gebracht. Da habe ich genauer hingeschaut und bemerkt, dass es so viele verschiedene Bereiche in meinem Leben gibt, die alle für sich genial sind. Doch ich möchte mich mehr fokussieren. Alles bekomme ich nicht mehr unter einen Hut. Mich bewegt der Bereich Trauma und die Arbeit im Ausland, ausserdem möchte ich gerne bei Campus für Christus bleiben. Da war der Schritt zu Agape international naheliegend. Gerade weil wir mit den Traumakursen im In- und Ausland tätig sind.Â
Du warst bereits vier Jahre bei THE FOUR. Jetzt bist du bei Agape international. Was sind deine Wünsche für die nächsten vier Jahre?
Ich sehe im Bereich Trauma und Traumaaufarbeitung viel Potenzial. Ich wünsche mir, dass Menschen mehr darüber wissen. Was ist eigentlich ein Trauma? Wie kann ich damit umgehen? Oder mit Menschen, die ein Trauma erlebt haben? Durch die Vermittlung dieses Wissens möchte ich erreichen, dass mehr Menschen in eine persönliche Freiheit kommen sowie Verständnis für Personen aufbauen, die Traumatisches erlebt haben. Und natürlich wünsche ich mir, dass alle Menschen Jesus Christus kennenlernen – das ist mein Herz und das wird so bleiben. Jesus kann so viel tun, gerade in diesem Bereich. Er kann Heilung bei seelischen Verletzungen schenken. Das wünsche ich allen.
«Das ist mir in 25 Jahren noch nie passiert: Dass eine Gruppe Frauen, an meinen Arbeitsplatz, in einen Stripclub kommt und Geschenke bringt», erzählt die Frau, eine Prostituierte, am Bartisch. Sie wartete auf Kundschaft, als ich mit einer Gruppe von Frauen den Club betrat. Wir sind in Belgrad und haben unsere Tour durch die Nachtclubs erst begonnen. Ich frage die Frau, was sie sich vom Leben wünscht. «Ich habe in den letzten 25 Jahren immer das Gleiche gemacht», antwortet sie und fährt fort, «ich kann doch gar nichts anderes!» Ich habe sie ermutigt und gesagt, dass, wenn sie das nach 25 Jahren nicht mehr machen will, es Möglichkeiten gäbe – wenn sie dies wünscht. Unser Gespräch war da schon zu Ende. Doch ich habe gespürt, dass die Frau von unserer Begegnung berührt war. Nach all den Jahren fragt sie zum ersten Mal jemand nach ihren Wünschen und Träumen für die Zukunft. Nach all den Jahren bekommt sie zum ersten Mal ein Geschenk ohne Gegenleistung.
Ich besuche nicht nur in Serbien Frauen im Rotlichtmilieu. Jede Woche bin ich in Luzern unterwegs und besuche Frauen. Gerne nehme ich auch andere Frauen auf die Einsätze mit. Mit weiteren Kolleginnen bei Campus für Christus setze ich mich für das Lona Project ein. Wir setzten uns für Menschen ein, die von Menschenhandel betroffen oder gefärdet sind – durch Prävention, Sensibilisierung und verschiedene Initiativen. Das betrifft die Mehrheit in der Prostitution, aber auch als Kindermädchen, Handlanger auf dem Bau oder Pflegekraft werden Menschen ausgebeutet. Was wir dagegen tun und wie du mithelfen kannst, erfährst du hier: https://lona-project.org/
«Nach meiner Ausbildung war ich unschlüssig, welchen Weg ich beruflich einschlagen soll», erzählt Sarah. «Ich spielte mit dem Gedanken, einen Einsatz zu machen. Doch ich wusste nicht, welche Möglichkeiten es gibt und was mir entspricht». Sie entschloss sich, den move-Event zu besuchen, um mehr über Einsatzmöglichkeiten zu erfahren. Pascal hingegen hatte keine konkreten Erwartungen. Er ging zum move-Event, weil seine Kollegen sich angemeldet haben. Beide kamen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Doch beide bekamen Klarheit für die nächsten Schritte in ihrem Leben und gehen seither mutig vorwärts. Pascal ist heute Jugendpastor und Sarah hat ein Studium gestartet.
«Am move-Event haben mich die Talks von drei Speakern angesprochen. Einer sprach davon, dass – wenn wir unser Leben Gott anvertrauen – einen Blankoscheck unterschreiben und keine Bedingungen stellen sollen. Das hat mich tief bewegt. Ich entschied mich, Jesus mein Leben nochmals ganz anzuvertrauen – ohne Bedingungen zu stellen», erinnert sich Pascal. Auch Sarah wurde von den Talks angesprochen. Bei ihr waren es drei Speakerinnen, die ihr in Erinnerung geblieben sind: «Mir wurde klar, in welchem Bereich ich mich mit meinen Gaben investieren möchte. Ein Projekt in Südafrika wurde vorgestellt und begeisterte mich. Ich entschied mich für einen 10-monatigen Einsatz dort.» Pascal zog es
nicht ins Ausland. Er wollte in der Schweiz ein Theologiestudium starten, wusste aber nicht so recht wann und wie. Nach dem move-Event hatte er die Möglichkeit, mehrere Gespräche mit einem der Speaker zu führen. Diese Gespräche gaben Pascal die nötige Klarheit und er meldete sich zum Theologiestudium an. Ganz nach dem Motto des move-Events haben Pascal und Sarah sich rufen, ausrüsten und senden lassen. Beide haben es nicht bereut.
Sarah ist zurück aus Südafrika. Die Menschen und Freundschaften, die in den 10 Monaten entstanden sind, haben sie geprägt. Während des Auslandsaufenthaltes wurde ihr auch klar, dass sie ein Studium für Vermittlung von Kunst und Design absolvieren will. Mit dieser Grundlage möchte sie ihre Gaben in Zukunft für Jugendliche auf ihrer Identitätsfindung einsetzen. Pascal ist in der Schweiz geblieben, leitet die Jugendarbeit in einer Kirche und verantwortet christliche Events für Jugendliche im Berner Oberland. Sein Theologiestudium schliesst er diesen Sommer ab. «Ich überlege mir noch den Master zu machen, mich hat es so richtig gepackt». Sarah und Pascal sind zwei junge Menschen, die bereit waren, sich von Gott herausfordern zu lassen. Während und nach dem move-Event bekamen sie neue Impulse für ihr Leben und haben sich entschieden, mutige Schritte mit Gott zu wagen – auf ihre ganz persönliche Art.
Move ist ein Event für junge Menschen zwischen 15 und 25+ Jahren. Die Teilnehmenden werden durch Talk und in Workshops ermutigt und inspiriert, Gottes Berufung für ihr Leben zu folgen. Der move-Event findet am 9.12.2023 in der Momentum Church in Aarau statt. move wird durch AVC, Campusfür Christus, ISTL und &acts organisiert. Weitere Informationen und Anmeldung

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